Das Geheimnis der Marianne Brodka (Preußen – 1943) Teil 2

Während die Durchsuchung des Mordhauses im Gange war, erschien eine gewisse Anna Gründer. Sie gab sich als alte Bekannte der Marianne Brodka aus und wollte eben diese besuchen. Die Ermittler begannen sofort, sie zu verhören. Als Frau Gründer zu erzählen begann, staunten sie nicht schlecht: Zwei Tage zuvor habe Marianne sie gebeten, ihr behilflich zu sein. Sie habe nämlich auf dem Dachboden eine alte Zinkwanne mit alten Teppichen stehen. Sie wolle all dies nun entrümpeln, ob sie ihr dabei nicht helfen könne, da sie die Wanne nicht allein tragen könne. Wenig später habe sie dann ihrer Freundin geholfen, die Wanne, die übrigens sehr schwer gewesen sei, in einen Raum in der oberen Etage zu tragen, in dem ein großer Kleiderschrank stand. Sie habe sich nicht weiter darum gekümmert und sei wieder gegangen. Etwas Verdächtiges sei ihr nicht aufgefallen. Als die Beamten sie mit der Tatsache konfrontierten, daß sie damals geholfen hatte, eine Leiche nach unten zu transportieren, fiel Frau Gründer in Ohnmacht und mußte zu einem im Nebenhaus wohnenden Arzt gebracht werden. Weiterlesen

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Das Geheimnis der Marianne Brodka (Preußen 1943) – eine Leseprobe aus der Kriminalchronik des Dritten Reiches II von Wolfgang Krüger Teil 1

Der Fall Brodka ist wohl als tragisch zu bezeichnen, handelt es sich doch bei Marianne Brodka um eine Frau, die nur deswegen zur Mörderin wurde, weil sie ein von der nationalsozialistischen Justiz und Ideologie als schwere Straftat eingestufte menschliche Zwischenbeziehung verheimlichen wollte. Weiterlesen

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Marie Lange – Eine Thüringer Mörderin (Altenburg, 1689, Langversion)

Im Dorf Fockendorf an der Pleiße in der Nähe von Altenburg, unfern der Leipziger Straße, befand sich eine alte Mehlmühle, die nachweislich seit 1450, und wahrscheinlich noch länger der Familie Lange gehörte und von ihr benutzt wurde. Thomas Lange, ihr Besitzer am Ende des 17. Jahrhunderts, verheiratete sich 1675, indem er sein Weib Marie ebenfalls aus einer alten, ehrbaren und angesehenen Bauernfamilie des Altenburger Landes nahm. Weiterlesen

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Christiane Glahn – Die grausame Mutter (1826, Langversion)

In dem ärmlichen Harzdorf Allrode, an der anhaltschen und preußischen Hoheitsgrenze im Herzoglich Braunschweigischen Kreisamt Hasselfelde gelegen wohnt schon seit langer Zeit der jetzt ganz arme Tagelöhner Christoph Glahn. Er war dreimal verheiratet. Zwei seiner Frauen liegen still und christlich beerdigt auf dem kleinen Kirchhof zu Allrode. Die dritte liegt im Kerker zu Blankenburg und erwartet ihr Lebensende auf dem Rabenstein. Weiterlesen

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Die Gattenmörderin Katharina Beyer (Hanau, 1836)

Die Witwe Katharina Beyer, geborene Erbe, von Hellstein, Amt Wächtersbach, evangelischer Konfession und zur Tatzeit etwa 45 Jahre alt, wurde am 5. April in Hanau wegen Gattenmordes mit dem Schwert hingerichtet. Sie lebte mit ihrem Mann, dem Bauer Johannes Beyer, seit vielen Jahren in Unfrieden. Hauptsächlich wurde dieser durch die Trinksucht des Mannes, die Habsucht und Bösartigkeit der Frau und die Zerrüttung ihrer Vermögensverhältnisse genährt und führte in den letzten Tagen der Ehe nicht selten zu gegenseitigen tätlichen Mißhandlungen. Weiterlesen

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Grete Beier – Ermordung ihres Bräutigams (1908)

Grete Beier, Tochter des Bürgermeisters Beier zu Brand, wegen Ermordung ihres Bräutigams vor dem Schwurgericht zu Freiberg in Sachsen. Wer länger als ein Menschenalter fast täglich genötigt ist, sich in beruflicher Eigenschaft in den Gerichtssälen zu bewegen und auch die Stätten zu betreten, auf denen der Scharfrichter seines grauenvollen Amtes waltet, der wird naturgemäß etwas abgestumpft. Allein wenn eine junge Dame, die zu den gebildeten Kreisen gehört, eine Dame der Gesellschaft, die jugendliche Tochter eines Bürgermeisters auf die Anklagebank geführt wird, unter der Beschuldigung, ein Verbrechen begangen zu haben, wie es entsetzlicher nicht gedacht werden kann, dann ergreift auch den abgestumpftesten und gleichgültigsten Gerichtsberichterstatter ein heftiges Schaudern. Weiterlesen

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Das Dienstmädchen Philippine V. – eine Kindesmörderin

Philippine V., ein einundzwanzigjähriges Dienstmädchen, hatte (zum zweiten Mal) unehelich und zwar nachts im Keller, in dem sie schlief, einsam geboren. Das Kind lebte, wie unsere gerichtliche Obduktion nachgewiesen hat. Die gewöhnlichen, wenn auch erbarmungswerten, doch immerhin verbrecherischen Motive veranlaßten sie, das Kind zu töten. Sie holte zu diesem Zweck aus der über dem Keller liegenden Küche ein von ihr selbst zuvor zu häuslichen Zwecken geschärftes Tischmesser, verfügte sich damit in den Keller zu dem Kind zurück, und brachte ihm mit dem Messer mehrere Stiche bei, von denen einer das Rückenmark in den Halswirbeln zerschnitt, ein anderer die rechte Carotis durchstach. Weiterlesen

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Eine unmenschliche Wirtschafterin

Warum dachten sich die Griechen ihre Eumeniden als Weiber? Warum verbindet der deutsche Volksausdruck mit dem Wort „Drache“ den Begriff des weiblichen Elementes? Warum läßt der größte und tiefste Kenner des menschlichen Herzens unter allen Dichtern, die je gelebt haben, das schändlichste Verbrechen, kindlichen Undank und geistigen Vatermord, von zwei Weibern, den Töchtern des Lear, verüben? Warum schildert Shakespeare im Weib Macbeth eine weit schwärzere Seele, als im Manne Macbeth? Weiterlesen

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Die Thüringer Giftmörderin Marie Sophie Göbner 1859-1860

Das Jahr 1860 sah noch einen weiteren Giftmordprozeß in Thüringen. Angeklagt war die Witwe Marie Sophie Göbner aus Nöbdenitz, einem kleinen Dorf unweit von Schmölln im Herzogtum Sachsen-Altenburg. Giftmorde erlebten gerade in den 1850er und 1860er Jahren eine gewisse Konjunktur, und sehr oft waren es Frauen, die sich dieser heimtückischen Methode bedienten. Eine Vergiftung erforderte keine starke Manneskraft, auch war sie völlig unblutig, also ideal für ein zartbesaitetes Wesen, als das eine Frau vor allem zu jener Zeit galt, einen unliebsamen Menschen ins Jenseits zu befördern. Weiterlesen

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Strychnin für die Liebe – Eine Leseprobe aus Thüringer Mörderinnen (Schwarzburg-Rudolstadt 1910-1913)

Die Stadt Königsee liegt eingebettet in der ausgedehnten Thüringer Waldlandschaft. Hier, wo es vornehmlich im 18. und 19. Jahrhundert die Menschen durch den einzigartigen Olitätenhandel, also der Produktion und Verbreitung von Haus- und Geheimmitteln, zu einigem Wohlstand gebracht hatten, schienen die Menschen zufrieden, glücklich und friedfertig zu sein. Jedoch am letzten Tag des Jahres 1910 ereignete sich ein Mordanschlag, der diese Idylle für viele Menschen in der kleinen versponnenen Stadt Königsee für längere Zeit vergessen ließ und auch über die Grenzen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt hinaus für Schlagzeilen sorgte. Weiterlesen

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