Ralf Staufenbiel: Neun Brandtote in einer Halberstädter Obdachlosenunterkunft (Halberstadt, 2005) – eine Leseprobe

“Bei einer Brandkatastrophe in der Halberstädter Obdachlosenunterkunft starben am 2. Dezember 2005 neun Männer. Die 20 Blechcontainer, die der Stadt seit 1996 als Unterkunft für Menschen ohne festen Wohnsitz dienten, brannten völlig aus. Vermutlich war eine brennende Zigarette Auslöser dieser Katastrophe. Ein Anschlag von außen werde
jedoch ausgeschlossen«, so ein Polizeisprecher.

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Ralf Staufenbiel: Spinnwebenhöhle (Aschersleben) – eine Leseprobe aus: Brände / Morde / Explosionen

Im Jahr 1996 waren wir zu dritt unterwegs und hatten gerade einen Auftrag erledigt, als wir vom Lagezentrum schon zum nächsten Einsatz zitiert wurden: Eine junge Frau aus Aschersleben bezichtigte sich selbst, ihr Kind umgebracht zu haben. Als wir eintrafen, waren die Vernehmungen bereits erfolgt; uns erwartete »nur noch« die Tatortarbeit, um sicherzustellen, daß der geschilderte Kindsmord auch tatsächlich stattgefunden hatte. Leider hatte es niemand für nötig gehalten, uns vor dem Zustand der Wohnung zu warnen, denn als wir die unverschlossene Tür aufschoben, bot sich uns ein Bild … einem Gruselfilm erster Klasse gleich. Die gesamte Wohnung, bestehend aus Stube, Küche und Schlafraum, war komplett – von der Decke bis hinunter zum Fußboden – mit dichten, verstaubten Spinnweben versehen. Die Sichtweite lag nahezu bei null, zumal auch die Fenster verdunkelt waren. Lediglich die täglichen Laufwege der Bewohnerin, die etwa in Breite und Höhe ihrer zierlichen Figur entsprachen, zeigten ein bestimmtes Bewegungsmuster zwischen Bett, Waschbecken und mehreren zum Teil prallgefüllten – ich möchte es einmal vorsichtig ausdrücken – Fäkalieneimern. Unter unseren Schuhen drückte es sich meist weich ein, da der Fußboden mit zirka zwei bis drei Zentimeter dickem Hausmüll, darunter auch toten Mäusen, belegt war. Wir verließen zunächst die Räumlichkeiten und zogen uns die weißen Overalls, Gummihandschuhe und Schutzmaske über, wobei uns der blanke Ekel überkam. Wir waren jedoch gezwungen, in dieser Wohnung, die mehr einer verstaubten Höhle glich, ein totes Kind zu finden. Nachdem wir die fotografische Sicherung dieses Elends vorgenommen und Küche sowie Stube intensiv in Augenschein genommen hatten, öffneten wir vorsichtig die Schlafzimmertür. Dort mußten wir feststellen, daß dieser Bereich seit Jahren nicht mehr betreten worden war. Hier existierte kein Gangbild, also auch keine Höhle. Mit einem alten Besen drückten wir die Spinnweben herunter, um die Sicht zu erleichtern. Eine alte verstaubte Einkaufstüte aus Plastik erregte unsere Aufmerksamkeit. Als mein Kollege sie öffnete, standen uns die Haare zu Berge: Mit viel Phantasie konnte man eine mumifizierte Kinderleiche erkennen! Der tote Säugling war nicht größer als ein Kaninchen. Schlußfolgernd mußte das Kind schon bei der Geburt oder kurz danach verstorben sein. Den anschließenden Untersuchungen nach lag der Kindstod schon zirka zwei Jahre zurück. Zu den weiteren Ermittlungen erhielt ich leider keine Kenntnis.

In diesem Bereich fanden wir eine Babyleiche.
Die Zustände sprechen für sich.

Offenbar besaß die junge Frau keine sozialen Kontakte und lebte am Rande des Existenzminimums. Die augenfällig psychisch sehr stark angeschlagene Frau hatte sich ganz in sich selbst zurückgezogen – ihre Seele kann man sich wie die Spinnenwebenhöhle vorstellen, in der sie ihr Dasein fristete. Es schien, als habe sich die Frau über Jahre hinweg um eine vernünftige Entscheidung herumgeschlichen. Erst ihre Selbstanzeige brachte ihr Erlösung.
Ob das Kind tot geboren oder durch Unterlassung bzw. Tötung den Tod gefunden hatte, entzieht sich meiner Kenntnis.

Lesetermine in Aschersleben u. a. (weitere Termine folgen):

18. Oktober 2016 , 19 Uhr im Bestehornhaus in Aschersleben (im Rahmen der "Ascherslebener Gespräche")

20. Oktober 2016, 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus "Am Breiten Tor 2 in Halberstadt" (läuft im Rahmen eines Traditionstreffens ehemaliger Kameraden),

27. Oktober 2016, 19.00 Uhr im Gewölbekeller des Gröninger Kulturhauses, Einlass ab 18.00 Uhr.

11. November, Güsten, Gasthaus “Schwarzer Bär”, ab 19 Uhr

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Lesungen mit Kriminalrat a. D. Hans Thiers zu Serienmördern und Mordfällen im Bezirk Gera

Hier finden Sie Termine zu unseren Buchlesungen mit Kriminalrat a. D. Hans Thiers

25.10.2016, 18.00 Uhr, Die Nacht der Serienmörder, Hohenölsen


28.10.2016, 19.00 Uhr Bad Salzungen, Die Nacht der Serienmörder, Stadtbibliothek

30.10.2016, 15.00 Uhr, Lesung, Hummelhain, „Schloß, Teehaus“

2.11. 2016, 19.30 Uhr, Buchhandlung Schmitt und Hahn, Schloßstraße, Gera

4.11.2016, 18.00 Uhr, Die Nacht der Serienmörder, Bibliothek Schleiz

9.11.2016, 19.30 Uhr, Die Nacht der Serienmörder, Stadtbibliothek Triptis

11.11.2016, 18.00 Uhr Lesung in Graitschen, Mordfälle im Bezirk Gera I & II, Heimatverein

18.11.2016, 19.00 Uhr, Die Nacht der Serienmörder in KH Crossen


9.12.2016, 19.00 Uhr, Gaststätte „ Zur Köppe“ Bad Klosterlausnitz

20.1.2017, 19.00 Uhr, Lesung in der Bibliothek Uhlstädt Weiterlesen

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Neuerscheinung: Brände / Morde / Explosionen – Kriminal- und Brandfälle aus den Altkreisen Wernigerode, Halberstadt, Oschersleben, Wanzleben, Aschersleben, Staßfurt und Quedlinburg von KHK i. R. Ralf Staufenbiel

Hiermit präsentieren wir unserer geschätzten Leserschaft schon einmal das Cover unserer Neuerscheinung (Ende September 2016) des Kriminatechnikers und Brandusachenermittlers Ralf Staufenbiel: Brände / Morde / Explosionen – Kriminal- und Brandfälle aus den Altkreisen Wernigerode, Halberstadt, Oschersleben, Wanzleben, Aschersleben, Staßfurt und Quedlinburg.

Hardcover, Leseband, 288 Seiten, 125 Abbildungen, davon 9 in Farbe, ISBN 978-3-934277-68-7, Preis: 18,95 Euro.

Ralf Staufenbiel, Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, arbeitete viele Jahre auf dem Gebiet der Kriminaltechnik. Sein Spezialgebiet wurde die Brandursachenermittlung. Als Feuerwehrmann und Kriminaltechniker war er in zahlreichen Brand-, Mord- und Unglücksfällen im Einsatz. Der Kriminalist führt uns an Tatorte des Grauens und der Zerstörung und zeigt erschreckend auf, wozu Mensch und Flammen fähig sind. Zu seinen größten Fällen zählen der Brand des Schlosses in Groß Germersleben und die Tragödie um die neun Brandopfer im Obdachlosenheim in Halberstadt. Ralf Staufenbiel beschreibt in über 50 Fällen die Arbeit und Methoden der Kriminaltechniker und ergänzt seine Berichte mit anschaulichem Dokumentations- und Fotomaterial.

Lesetermine (weitere Termine folgen):

18. Oktober 2016 , 19 Uhr im Bestehornhaus in Aschersleben (im Rahmen der "Ascherslebener Gespräche")

20. Oktober 2016, 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus "Am Breiten Tor 2 in Halberstadt" (läuft im Rahmen eines Traditionstreffens ehemaliger Kameraden),

27. Oktober 2016, 19.00 Uhr im Gewölbekeller des Gröninger Kulturhauses, Einlaß ab 18 Uhr.

11. November, Güsten, Gasthaus “Schwarzer Bär”, ab 19 Uhr

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Interessante Exponate der Rechtsgeschichte im Stadtmuseum Prenzlau

Im Museum der Stadt Prenzlau im Land Brandenburg haben sich seltene Exponate zur deutschen Rechtsgeschichte erhalten, so u. a. ein Schandmantel (wohl 18. Jahrhundert), Teile des Prenzlauer Rolands (gotisch, eventuell Mitte 15. Jahrhundert) und zwei abgehackte Hände verräterischer Stadtoberhäupter (Mitte 15. Jahrhundert). Letztere hatten ihre Stadt an die Pommern verraten und wurden später hingerichtet. Die Geschichte ging als der “Verrat von Prenzlau” in die Annalen ein.

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Literaturfest Meißen vom 9. bis 12. Juni 2016

Willkommen im „Meißner Obscurum“ heißt es in diesem Jahr zum wiederholten Mal im Rahmen des Meißner Literaturfests. Der schaurig schöne Gewölbekeller mit Gänsehaut-Atmosphäre stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist in einer der ältesten Gassen von Meißen, der Görnischen Gasse, gelegen. Welch unheimliche Dinge sich in dieser Gasse wohl in dunklen, mittelalterlichen Zeiten zugetragen haben – man kann es nur erahnen …

Ein schaurig schöner Leseort zum Literaturfest Meißen 2016

Zum diesjährigen Literaturfest öffnet der Keller seine Türen unter anderem am 10. und 11. Juni für Hans Thiers, pensionierter Leiter der Morduntersuchungskommission des Bezirkes Gera. Er berichtet aus erster Hand über die Aufdeckung, Aufklärung und Untersuchung authentischer Mordfälle der 70er, 80er und 90er Jahre. Er führt uns an Tatorte voller Grauen und zwischenmenschlicher Tragödien. Eine “Nacht der Serienmörder” im atmosphärischen Erlebniskeller – trauen Sie sich…?!

Tatort: Meißner Obscurum, Görnische Gasse 37 in 01662 Meißen

Termine: Freitag, 10.6., ab 21 Uhr und Samstag, 11.6. ab 19 und 21 Uhr. Mit dabei: Verleger Michael Kirchschlager


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Neuerscheinung – Traugott Vitz: Langes Seil, schneller Tod – Wie Großbritannien seine Mörder hängte

Von allen Hinrichtungsarten ist wohl keine so britisch wie das Hängen. Die Briten exportierten sie überall dort hin, wo sie als Kolonial- oder Besatzungsmacht das Sagen hatten: Nach Nordamerika, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur, Palästina… Bis 1868 hängten die Briten öffentlich. Bis 1964 hängten sie hinter Gefängnismauern. Sie machten eine Wissenschaft daraus – oder versuchten es wenigstens. Sie waren stolz darauf – und hielten alles, was damit zusammenhing, rigoros geheim. Inzwischen aber sind die meisten Akten zugänglich. Aus Material des Britischen Nationalarchivs, Zeitungsberichten des 19. Jahrhunderts und Biographien der Henker hat Traugott Vitz die Geschichte der letzten 96 Jahre britischer Hinrichtungspraxis geschrieben.

Der kanadische Henker John Radclive (ganz rechts) behauptete fälschlich, ein Schüler des englischen Henkers William Marwood zu sein.
Canadian hangman John Radclive (far right) falsely claimed to be a pupil of the English executioner William Marwood.

Britisches Hängen war angeblich schnell, human und schmerzlos, aber stimmte das? Nun: beinahe. Allerdings sicher nicht von Anfang an, als ein viktorianischer Universalgelehrter zum ersten Mal eine Formel entwarf, die die Fallhöhe zum Körpergewicht in ein Verhältnis setzte. Entlang von Zeitungsberichten und Archivmaterial des 19. Jahrhunderts folgt Traugott Vitz den Spuren von William Marwood (dem ersten englischen Henker, der den langen Fall verwandte), den Erfolgen und Fehlschlägen seines Nachfolgers James Berry, den sorgfältigen Nachforschungen des Todesstrafen-Komitees (1886-88), den Zeiten der Henkerdynastien Billington und Pierrepoint bis zu den letzten englischen Hinrichtungen im Jahr 1964. Zum ersten Mal wird der entscheidende Einfluß des Gefängnisarztes James Barr (später Präsident der British Medical Association) auf die Entwicklung der Abläufe und der Fallhöhentabelle aufgezeigt. Als deutscher Autor und weil er das Thema als erster auf deutsch behandelt, befaßt sich Vitz etwas ausführlicher mit den von Albert Pierrepoint vorgenommenen Hinrichtungen von Kriegsverbrechern in Hameln (Deutschland). Er erzählt in sehr lesbarer, lebhafter Weise, aber vor einem beeindruckenden Hintergrund an Quellen, der medizinische Lehrbücher und Zeitschriften einschließt.

Die “Kinnmulde” des britischen Chirurgen Dr. Marshall – eine exzentrische Erfindung, die in der Praxis nie benutzt wurde.
“Chin Trough” designed by British surgeon Dr. Marshall – an excentric invention which never saw actual use.

Softcover, Franz. Broschur, 272 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen, Preis: 14,95 Euro

British Hanging was said to be swift, humane, and painless, but was it? Well, almost: certainly not from the beginning, when a Victorian polymath came up with the first formula relating drop length to body weight. Using British 19th century newspapers and archive documents, Traugott Vitz traces the steps of William Marwood (the first English hangman to use the long drop), the successes and mishaps of his successor James Berry, the diligent investigations of the Capital Sentences Committee (1886-88), and follows the times of the hangman dynasties of the Billingtons and the Pierrepoints to the last English executions in 1964. For the first time, the crucial influence of prison doctor James Barr (later to become president of the British Medical Association) in developing procedures and drop tables is shown. As a German author and covering the subject in German for the first time, Vitz deals in some detail with the executions of war criminals done by Albert Pierrepoint at Hameln (Germany). He tells his tale in very readable, vivid language but from an impressive background of sources, including medical textbooks and journals.

Long Rope, Quick Death

How Britain Hanged Her Murderers

Foreword

Motto

From the Beginnings up to William Marwood’s Death

page 9: Origin of hanging in Britain. The course of a criminal trial.

page 12: How executions were performed in the beginning, then at Tyburn, then at Newgate in front of the Debtor’s Door. What the Sheriff had to do with them.

page 19: William Calcraft’s way of hanging people. What it looked like for the onlookers. Subject of this book: The last 96 years of hanging in Britain. The steps of abolition.

page 22: State of things in 1868: Calcraft’s method. What the gallows looked like. The “procession” to the gallows. Two articles by Charles Croker King in the Dublin Quarterly Journal of Medical Science (1854 and 1863). Hanging of 38 Indians in Mankato (1862). Hanging of the Lincoln Assassins and of Henry Wirz (1865).

page 29: Samuel Haughton’s article On Hanging (1866). Execution of Andrew Carr (1870; decapitation).

page 35: William Marwood. Personal background. Where did he put his knot? What were his drop lengths?

page 39: Samuel Haughton’s Animal Mechanics (1873) and his address to the Surgical Society at Dublin (1875). What Marwood knew or did not know about Haughton.

page 41: Calcraft’s dismissal and Marwood’s beginnings. Executioners and their alcohol consumption.

page 43: How the public felt about felons ‘dying hard’. The Maamtrasna Murderers’ execution. Myles Joyce. James Burton. The use of pack thread for tying the excess rope overhead, the use of planks over the trap door.

Conclusion: Perhaps it is not safe to say Marwood “invented” the long drop, but he certainly introduced it into England, and his was the invention of the metal thimble and the leather washer.

Digression: Bartholomew Binns

page 53: The selection process for Marwood’s successor. Binns had no previous experience. The execution of Henry Dutton (3rd December 1883, Liverpool). Dr. James Barr. Executions of Patrick O’Donnell (Newgate), Flanagan and Higgins (Liverpool) and M’Lean (Liverpool). Summary of inquest findings. Binns dismissed by the London aldermen and sheriffs.

Trial and Error – and then a Committee

page 61: James Barr’s 1884 article in The Lancet. James Berry being selected for the execution of two poachers at Edinburgh. Berry’s book My Experiences etc. His equipment and methods. His first drop table (which he does not seem to have followed closely). The cases of Joseph Lowson, Thomas Harris, Ernest Ewerstadt, and Arthur Shaw.

page 72: The year 1885: John Lee (Exeter), Moses Shrimpton (Worcester), and Robert Goodale (Norwich, decapitation). Reaction in the newspapers. The Capital Sentences Committee.

page 80: The work of the committee. The evidence of Samuel Haughton and Leonard Ward. The drop tables of Leonard Ward and James Berry: almost identical. James Berry lies to the committee: He did not follow Ward’s table “closely”. What Ward’s table would have looked like if brought into the form as used later (p. 87).

page 87: Dr. Marshall’s evidence. His invention of a “chin trough”. The committee’s rejection of same. Committee report printed probably in July 1888. Dr. Marshall’s reaction: His article in the British Medical Journal. Ensuing “War of Letters” with James Barr. Chin Trough actually tested ONCE: Report of Wood Jones (1931).

page 93: The Home Office drawings for a gallows (1885). Drop table of the Committee Report (1888). The “Government Rope”. The committee’s recommendations with regard to rope length. How to avoid a loss of drop energy. The split beam and the adjustable brackets. A recommendation which was NOT followed: risk decapitation rather than strangling.

The Home Office Reluctantly Takes the Reins

page 101: The Home Office has no control over the executioners nor over the sheriffs. It can only make suggestions and offers. Should executioners be recruited from the Prison Service? The committee would rather have assistants who over time acquire experience. The Home Secretary’s pledge (in the Commons) to try and find suitable persons and to offer them to the sheriffs for employment. His own servants delay the plan for months. Dr. Barr is asked to train the candidates. The first “list of suitable persons”, the Memorandum to Sheriffs and the Memorandum of Instructions for Carrying out the Details of an Execution.

page 112: Berry’s so-called “resignation” – a publicity stunt. Execution of John Conway, and Berry’s run-in with Dr. Barr. The Memorandum to Sheriffs, verbatim. The Memorandum of Instructions, verbatim, with commentary.

Digression: Hanging in Australia and Canada

page 131: The drop table of the Capital Sentences Committee (1.260 ft-lbs) never officially sanctioned. Drop table of April 1892 (840 ft-lbs) never followed by the executioners.

page 134: The “Particulars of Executions” (Melbourne). The knots and nooses used in Australia. The gallows at Melbourne.

page 139: Canada. John Robert Radclive (not a pupil of Marwood!). His technique.

The Home Office Establishes Best Practice

page 143: John Billington starts using his sons as assistants. William Billington performs an execution without previous practice. James Billington starts to worry his superiors with his “intemperance”. The Home Office agrees to organize training courses for new assistants (1900). How training courses went in 1901, 1932, 1940, 1948, and 1960.

page 150: Albert Pierrepoint’s training. Respites granted because of “physical abnormities”. Heavy culprits. Which drop energy the executioners actually used 1892-1913.

page 155: Wood Jones: “The ideal lesion…” (1913). De Zouche Marshall, “Judicial Hanging” (1913). The new drop table of October 1913. The addition of 9 inches in 1939. The building of Execution Suites. The Wandsworth Suite, and how a hanging took place there. Nine to twelve, maximum 35 seconds from entrance of executioner to drop.

Digression: The Role of the Prison Chaplain

page 169: A Liturgy for the Use at an Execution (1897 to 1927). Previously: The Burial Liturgy, but not all of it. Chaplains going into the execution chamber. Example: Rev. Blakemore / execution of S. Dougal (1903). Liturgy proves to be too long as course of action accelerates. 1939: Chaplain should stand at the door of the execution chamber. What the chaplain had to do after the execution: Sign certificate, perform burial. Bodies buried in the prison yard three deep.

The Executioner at War:

Soldiers, Spies, and Traitors

page 175: The Treason Act (1351). The Treachery Act (1940). Parliamentary debate of it. Josef Jakobs – sentenced to be shot under the Treachery Act. Karel Richard Richter – the man who fought his executioners for 17 minutes. The cock-and-bull stories Jackson and Purchase told about Richter’s hanging and about elongated necks.

page 182: Hangings at Shepton Mallet under the “United States of America (Visiting Forces) Act 1942”.

page 183: Hangings of five German prisoners of war for the murder of Sergeant Major Wolfgang Rosterg. The story behind it: Planned outbreak from Devizes PoW camp.

page 188: Hanging of two more German PoWs for the murder of Sergeant Gerhart Rettig, falsely believed to have given away an outbreak plan.

page 188: Albert Pierrepoint as executioner of German war criminals, D.P.s and British soldiers at Hameln. Where the Hameln gallows was.

page 193: Pierrepoint’s assistants at Hameln. Hangings of 13 Dec 1945. Medical experiments under the direction of Dr. Buckland. Chloroform injections used. How electrocardiographic readings of hanged men were obtained. Pierrepoint’s trip to Austria, hanging eight men and training Austrians in the British method.

page 199: The Nuremberg hangings performed by John C. Woods. New research about his antecedent, revealing a big bunch of lies.

page 201: The trials and executions of William Joyce and John Amery.

Malpractice and Political Head Wind

page 209: What was done to keep execution details hidden from public view: (1) Secrecy. No journalists after 1934. Executioners signing secrecy bonds. Official Secrets Act. Governors and surgeons advised by Home Office on wording of inquest evidence.

page 212: (2) Careful selection of new executioners. Examples of C.E. Green and H. Durling. Police of home town report on criminal record, if any, and general character. Training course, test, acting as “second assistant” (after 1929). The performance questions on the LPC4 sheet. Executioners under scrutiny: T.W.Pierrepoint, H. Pierrepoint’s dismissal, William Willis’ dismissal, T.M. Phillips’ request of more alcohol, Herbert Morris’ insubordination, R.O. Baxter’s reduced eyesight, Albert Allen’s drop into the pit, similar incidents in 1896 and 1953, Baxter dismissed because of failing eyesight, Allen dismissed for incorrect application of the noose, Syd Dernley dismissed because of his prison sentence.

Resignations of John Ellis, Albert Pierrepoint, Lionel Mann. Psychological damage: H.W. Critchell and G. Dickinson.

page 220: (3) Quality management with regard to equipment.

page 221: Mishaps. Execution of Goldthorpe (noose not drawn tight). Unnamed man coming to life after being taken off the rope too early in 1959. Similar cases reported in 1927 and 2006.

page 224: Development of medical knowledge about hanging. Kinkead 1885, Barr 1884, Haughton 1873. Heart beating after hanging: sphygmographic recordings. Is there a significant heartbeat proving insensibility? (Haughton, Carte). Littleton 1893. Wood Jones 1913. James/Nasmyth-Jones 1992. Long drop hanging with submental knot does NOT regularly result in a fracture of a vertebra. It breaks the ligaments between the vertebrae and tears the spinal cord.

page 232: Medical literature sometimes sloppy in facts. Example: Five factual errors within three sentences (Hermann/Saternus, 2007).

page 234: Spence et al. 1999, Wallace et al. 1994. Neurological theories.

page 237: Opponents to Capital punishment. Violet Van der Elst. Her biography, her actions 1935ff.

page 244: Sydney Silverman M.P. Three cases: Evans, Bentley, Ellis. Steps towards abolition. Availability of capital punishment without impact on murder rate: Statistics 2011 for Germany, UK, USA.

Conclusion

page 251: No executioner can guarantee that he will always cause a fracture-dislocation C2/3. And even if he could, we don’t know how fast the culprit will loose consciousness – in seconds or in fractions of a second? So – if the death penalty must exist, hanging would not be the method of my choice.

But must it exist? Personal answer as a protestant Christian, theologian and post-war German: No. We can and should do without it.

Bibliography (page 255 ff)

Annotations (page 259 ff

Image Credits (page 268)

Author’s Image & Bio (page 271)

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Neuerscheinung: Thüringer Mord-Pitaval (Band 1) von Frank Esche

Veranstaltungen: Buchpräsentation in der Bibliothek Rudolstadt am 19. April 2016, ab 19 Uhr.

Erste Lesungen am Welttag des Buches zum Geraer Bücherfrühling am 23. April 2016

Taschenbuch, 280 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen, ISBN 978-3-934277-65-6, Preis: 12,95 Euro.

Vor den Augen des Lesers werden in diesem ersten Band des Thüringer Mord-Pitavals 15 Schwerstverbrechen mit acht Doppel- bzw. Mehrfachmorden aus allen Teilen Thüringens
vorgestellt. Dutzende Kriminalakten aus allen sechs thüringischen Staatsarchiven wurden ausgewertet. Die Schilderung der Taten aus drei Jahrhunderten, deren Aufklärung, die Begründung der Urteile sowie die Verhängung und Vollstreckung von Todesstrafen gewähren einen tiefen Einblick in die historische und soziale Situation vergangener Jahrhunderte.

Die Fälle:

Die Schönfärbermorde in Rudolstadt (1766 und 1780)

Der Blutrausch der Deesbacher Mörder im Friedrichsgrund (1805)

Das heilende Blut des Saalfelder Raubmörders (1831)

Der ermordete schwarzburg-rudolstädtische Prinz – ein Kollateralschaden in Dresden (1849)

Die Kinderleiche im Baum bei Apolda (1856)

Der tote Jenaer Professor unter der Kanalbrücke (1861)

Der Oberreichenauer Serienbeilmörder Franz Bernhard Schlörr in Gera und Triebes (1874)

Der Geraer Gatten- und Kindesmörder Johann Hanke (1882)

Der Würger von Steinach (1896)

Mord aus verschmähter Liebe in Hinteruhlmannsdorf (1897)

Der Altenburger Lustmörder Walter Friedemann (1923/24)

Das Doppelmorddrama am Heidehaus bei Sondershausen (1925)

Der Gräfenthaler Weibsteufel (1928)

Der zweimal Entleibte – ein Thüringer Indizienprozeß (1928)

Der Erfurter Weltfeind (1938)

Zum Autor: Frank Esche wurde 1953 in Jena geboren. Nach dem Abitur studierte er Archivwesen in Potsdam. Als Diplomarchivar ist er im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt tätig.

Neben zahlreichen regionalgeschichtlichen Beiträgen publizierte Esche das 1992 erschienene Buch Auf dem Karzer lebt sich’s frei – Studentengeschichten aus dem alten Jena (zusammen mit Rüdiger Glaw). 1999 erschien sein Werk Das Thüringer Anekdotenbuch im Hain-Verlag Rudolstadt & Jena. Das Buch erfuhr 2006 im quartus-Verlag Bucha bei Jena eine erweiterte Nachauflage.

Im Verlag Kirchschlager erschienen seine Bücher Thüringer Hochzeitsbüchlein – Erotische, amüsante und kuriose Geschichten über Liebe, Heirat, Ehefreud’ (2008) und Thüringer Mörderinnen. Frauenschicksale zwischen Liebe und Schafott 1859–1938 (zusammen mit Wolfgang Krüger, 2009).

Der Rudolstädter Archivar ist Mitautor der Werke Die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt (1997) und die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt (2000). Aus seiner Feder stammen überdies die Textbücher für Sonderführungen mit einem Pagen durch die Festräume der Heidecksburg in Rudolstadt (Ein Page redet sich um Kopf und Kragen, 2002), mit einer Zofe durch die Wohnräume des Schlosses (Lust und Frust am Fürstenhof, 2003), durch die Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt mit einem Buckelapotheker (Gauner, Grausen und Gespenster, 2004), mit Georg Heinrich Macheleid (dem Erfinder des thüringischen Porzellans) in der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur (Weißes Gold und schwarze Seelen, 2007), mit dem Zimmermädchen Sofie zur Sondershäuser Musikgeschichte (Sofies musikalische Anekdoten, 2009) und eine Kostümführung um das Schloß Sondershausen (Liebe und Skandale am Sondershäuser Fürstenhof, 2012).

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Als Schloß Waldeck noch Zuchthaus war – Ein Beitrag von Jochen Herzog

Nach Überwindung der schwersten wirtschaftlichen Schäden des Dreißigjährigen Krieges wurde es in deutschen Landen Sitte, daß viele der großen und kleinen Landesherren ihre hochragenden, aber meist sehr engen Trutzburgen verließen und sich neue Schlösser und Residenzen bauten. Mit Vorliebe benutzte man die verlassenen Schlösser und Burgen als Zuchthäuser oder als Aufenthaltsort für Festungsgefangene. So erging es auch der alten Burg Waldeck.

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Kriminalia-Abend mit Klaus Dalski am 8. April 2016 in Großobringen bei Weimar

Der Kriminalia-Abend mit Kriminaloberrat a. D. Klaus Dalski und Verleger Michael Kirchschlager (Buchlesung und Gespräch) am 8. April 2016 im Feuerwehrhaus von  Großobringen war ein großer Erfolg! Klaus Dalski und ich sprachen und lesen vor einem tollen Publikum über Thüringer Kriminalfälle, die Arbeit der Kriminalpolizei in der DDR und psychologische Täterprofile. An dieser Stelle wollen wir allen Verantwortlichen, besonders aber dem Bürgermeister von Großobringen, Thomas Heß (parteilos) und den ganz engagierten Damen der Bibliothek, Frau Katrin Ulms (und ihrem Mann), Frau Marion Koch und Frau Angela Sengupta, die ehrenamtlich arbeiten (!), für die Gastfreundschaft und freundliche Aufnahme ganz besonders danken!

Klaus Dalski am 8. April 2016 in Großobringen.

Von links nach rechts: Bürgermeister Thomas Heß, Angela Sengupta, Marion Koch, vorn sitzend Klaus Dalski, hinter ihm Katrin Ulms und rechts Michael Kirchschlager – eine unschlagbare Truppe!

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