Gerd Frank: Marcel André Henri Félix PETIOT – ein französischer Serienmörder (1897-1946)

Marcel André Henri Félix PETIOT (*17. Januar 1897 in Auxerre, * 25. Mai 1946 in Paris hingerichtet): französischer Arzt und Serienmörder werden könnte. In Jugendjahren wurde ihm eine “geistige Erkrankung” bescheinigt. Als Soldat im Ersten Weltkriegs diente er bei der Infanterie, wurde verwundet, erlitt eine Gasvergiftung und einen Nervenzusammenbruch. Später wegen Diebstahls von Armeedecken in Orléans verhaftet. Petiot kam in eine psychiatrische Klinik in Fleury-les-Aubrais, wo man bei ihm erneut verschiedene Geisteskrankheiten diagnostizierte. Trotzdem wurde er im Sommer 1918 wieder an die Front geschickt, aber bald darauf wegen einer weiteren klinischen Diagnose endgültig aus dem Heer entlassen; er hatte sich absichtlich selbst in den Fuß geschossen.

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Gerd Frank: Henri Désiré LANDRU (*12. April 1869 in Paris; + 25. Februar 1922 in Versailles) – Ein französischer Blaubart

Henri Désiré LANDRU (*12. April 1869 in Paris; + 25. Februar 1922 in Versailles, hingerichtet) war ein französischer Serienmörder, der vermutlich elf Menschen – darunter zehn Frauen – umgebracht hat.

Der Sohn eines Hüttenarbeiters und einer Schneiderin hatte eine katholische Schule besucht, war Chorknabe und Meßdiener gewesen und hatte sich durch seinen Lerneifer ausgezeichnet. Nach der Schulzeit fand er Anstellung in einem Architekturbüro, heiratete und führte nach außen hin ein gut-bürgerliches Leben: Das Paar hatte insgesamt vier Kinder.

Mit 20 Jahren ging Landru zum Militär, schied als Unteroffizier aus. Ohne geregelte Arbeit lebte er vom Ertrag kleinerer Betrügereien; gab sich als Möbelhändler und Garagenbesitzer aus. Seit 1908 Heiratsschwindler und Verwendung unterschiedlichster Namen, gab selbst Heiratsanzeigen auf oder antwortete auf sie, wobei er alleinstehende Frauen mittleren Alters bevorzugte (Kontakt mit 283 Frauen).

Landru war weder Raucher noch Trinker, relativ bedürfnislos und extrem pedantisch. Er führte Notiz- und Tagebücher, auch über seine Morde (vgl. Mordlisten). Landrus Mordserie erstreckte sich über den Zeitraum von 1914 bis 1919. Die Verbrechen liefen immer nach dem gleichen Schema ab. Mietete zunächst in Vernouillet, später in Gambais ein Landhaus, in das er seine Opfer einlud, um sich dort “besser kennenzulernen”. Kaufte stets eine einfache Fahrkarte für die Frauen, eine Hin- und Rückfahrkarte für sich selbst; die Frauen kehrten nie wieder zurück. Danach löste er ihre Wohnungen auf, verkaufte die Möbel, leerte die Bankkonten und verkaufte die Versicherungspolicen mittels Unterschriftsfälschung. Wertsachen und persönliche Gegenstände brachte er unter Verschluß. Zusammen mit dem ersten Opfer verschwand auch der Sohn (der einzige Mann unter den elf Opfern).

Landrus Verbrechen wurden erst durch Nachforschungen der Angehörigen bekannt. In Vernouillet entdeckte man Reste von Damenkleidung und verkohlte Knochen von Schädeln, Füßen und Händen, in einem Lagerraum in Clichy persönliche Gegenstände der verschwundenen Frauen. Die Untersuchung in Gambais förderte lediglich die Kadaver der Hunde eines der Opfer zu Tage. Im November 1921 fand ein Indizien-Prozeß statt, der nicht klären konnte, auf welche Weise Landru seine Morde beging. Der Strafverteidiger de Moro-Giafferi hob hervor, daß der Umstand, daß man die zehn Frauen nicht wieder gefunden hatte, zwangsläufig nicht bedeute, daß sie ermordet worden seien. Dennoch gingen die Geschworenen von Mord aus und so verurteilte das Gericht Landru, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, zum Tode. Landru wurde vom Scharfrichter Anatole Deibler auf der Guillotine hingerichtet. Gerd Frank

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Lesungstermine 2017 mit Kriminalrat a. D. Hans Thiers, Kriminaloberrat a. D. Klaus Dalski und Michael Kirchschlager

15. März 2017, 19.30 Uhr Lesung „Nacht der Serienmörder“ Brahmenau

17. März Klaus Dalski Lesung mit M. Kirchschlager in Tabarz KUKUNA, 19 Uhr Beginn

18. März 2017, 19.00 Uhr Österreicher Gera, Am Markt Krimi Dinner

29. März 2017, 19.00 Uhr “Die Nacht der Serienmörder” – “Frank’s Burger-Licious BBQ” (ehemals Sächsischer Bahnhof), Erfurtstraße 19, in Gera.

4. April 2017, 19.00 Uhr Lesung in der Bibliothek Greiz “Mordfälle im Bezirk GeraI & II”

5. April 2017, 19.00 Uhr Lesung KH Niederpöllnitz Frau Richter

6. April 2017, 20.00 Uhr Lesung in Vollmershain “Die Nacht der Serienmörder”

8. April 2017, Großobringen Beginn 19 Uhr “Die Nacht der Serienmörder”

5. Mai 2017, 19.00 Uhr “Die Nacht der Serienmörder” in Hohenleuben, Reußischer Hof

22. September 2017, 19.00 Uhr  Lesung Liebfrauenkirche in Auma

28. September Lesung im Hotel “Villa Altenburg” in Pößneck, Straße des Friedens 49, 19 Uhr, Mordfälle im  Bezirk Gera, vor allem Morde in und um Pößneck betreffend

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Verlag Kirchschlager auf der Leipziger Buchmesse (23. bis 26. März 2017), Halle 4 D-106

Liebe Freunde, geschätzte Leserschaft! Freut Euch auf dieses neue Jahr und besucht uns gleich im März auf der Leipziger Buchmesse (23. bis 26. März 2017) in Halle 4 Stand D 106. Es werden Autoren vor Ort sein, wie Kriminalrat a. D. Hans Thiers oder der Archivar Frank Esche, und  wir präsentieren unser gesamtes Verlagsprogramm seit 1995! Gerade entsteht für unsere Leserschaft ein umfangreiches Gesamtverzeichnis mit allen Titeln, Covern, ausgewählten Informationen zur Verlagsgeschichte und Autorenporträts. Und natürlich präsentieren wir unsere Neuerscheinungen (siehe unten) oder stellen die Titel für das Jahresprogramm 2017 vor.

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Der Krötenstein von Neustadt an der Orla – ein spätmittelalterlicher Schandstein

Im Lutherhaus von Neustadt an der Orla (ehemals im Stadtmuseum) findet man einen der seltenen, aber ehemals zahlreich in mittelalterlichen Städten vorhandenen Schandstein (z. B. Memmingen, 1396), den sogenannten Krötenstein. Eine Kopie hängt an der Nordfassade des Neustädter Rathauses. Der Krötenstein besteht aus hellem Sandstein, weist einen handgeschmiedeten eisernen Bügel auf und wiegt zirka 24 Kilogramm. Er stellt eine Kröte dar, die auf einem Brot hockt und deren Füße von zwei Schlangen umwunden sind, daher auch der Name “Krötenstein”. Weiterlesen

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Ralf Staufenbiel: “Totgemorkelt” auf Verlangen – ein mysteriöser Mordfall aus Halberstadt

In Halberstadt kam ich zusammen mit der Kriminaltechnik des Polizeirevieres in einem Wohnblock zum Einsatz, in dem eine ältere Dame – scheinbar seit längerer Zeit ein Pflegefall – tot im Bett lag. Den Hinweis auf eine mögliche Straftat erhielt das Polizeirevier vom Hausarzt, der den Totenschein ausstellen sollte und dabei Strangmarken am Hals der Frau entdeckte. Am Ereignisort angekommen, erhärtete sich der Verdacht eines Verbrechens. ”" Weiterlesen

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Ralf Staufenbiel: Knete in der Hose – ein Drama aus Staßfurt (2004)

Im Winter 2004 wurde auf dem Bahnhof von Staßfurt eine männliche obdachlose Person im mittleren Alter tot aufgefunden. Aufgrund der ungeklärten Todesursache sowie der ungesicherten Identität kam es zur Obduktion. Hier erlebte ich mit, unter welch unwürdigen Bedingungen der arme Mensch gestorben war. Weiterlesen

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Kurioser Kupferstich zum Fall des Schinderhannes, 1803

Der Räuber Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, dem 130 Straftaten nachgewiesen werden konnten, wurde 1779 geboren und am 21. November 1803 mittels Fallschwertmaschine hingerichtet. In der Sammlung des Verlags Kirchschlager befindet sich der oben abgebildete kuriose Kupferstich.

Ankunft im Reiche der Todten des Räuberhauptmanns Schinderhannes und seiner anderen hingerichteten Spiessgesellen.” (ein kurioser Stich, denn die Räuber tragen allesamt ihre Köpfe unter dem Arm), Blattgröße: 32, 5 x 23,5 cm, Bildgröße: 28 x 19 cm.

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Langes Seil, schneller Tod – eine Rezension von Dr. Mark Benecke

Dies ist eine Nerd-, also Spezialistenarbeit, die sich nahezu ohne Abschweife auf strafrechtliche Erhängungen in Großbritannien bezieht und freiwillig beschränkt. Der Ton im Buch ist, dem Sujet durchaus angemessen, nüchtern und streng, manchmal sogar sehr streng: “Völlig sinnlos” und “Das sind fünf sachliche Fehler in drei Sätzen. Schade”, ärgert sich der Autor beispielsweise über einen in der Tat etwas quellenfernes Statement des früheren Leiters des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Göttingen. Weiterlesen

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The Executioner at War: Soldiers, Spies, and Traitors – Der Henker im Krieg: Soldaten, Spione und Verräter

In 1940, the British Parliament passed the Treachery Act, imposing the death penalty on spies and saboteurs. One (Josef Jakobs) was shot and 16 were hanged under this law. One of the latter, Karel Richard Richter, fought his executioners for 17 minutes. In view of the cock-and-bull stories coroner Wm. Bentley Purchase and his biographer Jackson told about “elongated necks”, their version of the events during Richter’s hanging is dismissed. Weiterlesen

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