Gniperdoliga – Ein Film

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Leseproben aus dem Buch “Die Tricks der Gauner und Ganoven” von Lothar Schirmer

Die attraktive Überredungskünstlerin

Also ich will es mal so sagen: Wenn die junge Frau, von der ich heute berichte bei einer Versicherung arbeiten würde, dann hätte sie mit Abstand die höchste Quote an abgeschlossenen Versicherungen in ihrem Team. Aber was macht diese Frau mit ihrer gottgewollten Gabe Leute zu überreden Geld heraus zu rücken? Sie begibt sich auf die schiefe Bahn und betrügt ohne Ende.

Ihr Einzugsgebiet geht von der Schweiz bis ins Deutsche Land und die Opfer sind gestandene Leute mittleren Alters, genauso wie Rentner. Vielleicht half ihr bei ihrem schändlichen Tun auch ihr gutes Aussehen. Von allen Geprellten wurde sie als attraktive Mittdreißigerin mit langem schwarzen Haar und einer super Figur beschrieben.


Auf der Straße, in Einkaufszentren, Restaurants und Cafés sprach sie Personen an, spiegelte eine akute Notlage vor und bat um eine finanzielle Unterstützung.

Da war die Rede von Mietschulden und der Drohung, sie würde mit ihren drei Kindern auf die Straße gesetzt werden, von einem Pfändungsbescheid, der durch ihren geschiedenen Mann verursacht nun sie vor die Alternative setzte zu bezahlen oder ins Gefängnis zu wandern oder von einer dringenden Operation ihres Kindes.

Bei einigen ihrer Opfer dauerte der Kontakt über mehrere Tage, bis sie dann endlich das bekam, was sie erhoffte, nämlich bares Geld. Umgerechnet insgesamt gut 114 000 Euro flossen so in ihre Tasche und vor dieser zweifelhaften Erfolgsquote muß ich neidlos den Hut ziehen.

Ihnen kann ich nur empfehlen, sich die Leute, denen Sie finanziell helfen wollen, gut anzuschauen. Nicht hinter jeder attraktiven Fassade verbirgt sich auch ein guter Kern.

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In Vorbereitung: Die Tricks der Gauner und Ganoven von Kriminalrat a. D. Lothar Schirmer

Kriminalrat a.D. Lothar Schirmer, bekannt durch zahlreiche Beiträge im Fernsehen, im MDR-Radio und in Zeitungen, plaudert aus seiner Praxis. 199 authentische Kriminalfälle erzählen von falschen Polizisten, wortreichen Trickbetrügern oder wundersamen “Geldvermehrern“. Humoristische Cartoons von Sven Kirchner illustrieren das Buch, welches mehr ist als ein Ratgeber. Taschenbuch, 12.95 Euro.


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Lesetermine 2. Halbjahr 2017 mit Kriminalrat a. D. Hans Thiers: Mordfälle im Bezirk Gera I u. II / Nacht der Serienmörder

20. September 2017, 15.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Begegnungsstätte WBG Elstertal, Gera-Bieblach, Schwarzburgstr. 26

22. September 2017, 19.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Auma, Liebfrauenkirche

28. September 2017, 19.00 Uhr, Krimi-Dinner zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, “Villa Altenburg”, Pößneck, Straße des Friedens 49

29. September 2017, 19.00 Uhr, “Die Nacht der Serienmörder” mit Michael Kirchschlager beim “Österreicher”, Gera, Markt 3

18. Oktober 2017, 19,00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Gemeindehaus Quirla

19. Oktober 2017, 15.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Begegnungszentrum Jena e.V., Jena, Closewitzer Straße 2

25. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Vortrag “Die Morduntersuchung in der DDR”, Sparkassenkommunikationscenter, Gera, Schloßstraße

27. Oktober 2017, 19,00 Uhr,  “Die Nacht der Serienmörder” mit Michael Kirchschlager, Bibliothek Zeulenroda-Triebes, Markt 8

3. November 2017, 18.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Haus des Gastes, Bad Köstritz, Julius-Sturm-Straße 10

8. November 2017, 19.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Frank‘s Burger-Licious BBQ (ehemals Sächsischer Bahnhof) Gera, Erfurtstraße 19

9. November 2017, 15.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle in Bezirk Gera”, Radfahrerclub “Solidarität 1895 Gera”, Ostvorstädtische Turnhalle (Ossel), Gera, Bauvereinstraße 49

10. November 2017, 18.00 Uhr, Krimi-Dinner zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, Gaststätte “Küche im Keller” (KiK), Gera, Lutherstraße 20, ausverkauft!

16. November 2017, 19.00 Uhr, “Nacht der Serienmörder”, Deutscher Familienverband, Landesverband Thüringen, Erfurt, Am Drosselberg 26

17. November 2017, 19.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera”, “Kunstkreis”, Bad Blankenburg

24. November 2017, 20.00 Uhr, Leseinterview “Kriminalisten im Kreuzverhör” mit Hans Thiers, ehem. Ltr. d. Morduntersuchungskommisson (MUK) Gera, Siegfried Schwarz, ehem. Ltr. d. MUK Halle und TV Kriminalist Andreas Schmidt-Schaller, “Polizeiruf 110″ / “Soko Leipzig”, Moderation: Verleger Michael Kirchschlager, Clubzentrum COMMA, Heinrichstraße 47

7. Dezember 2017, 19.00 Uhr, Leseinterview zu “Mordfälle im Bezirk Gera” Gaststätte “Goldener Löwe”, Moßbach bei Schleiz

14. Dezember 2017, 18.00 Uhr, Krimi-Dinner zu “Mordfälle im Bezirk Gera” Gaststätte “Küche im Keller” (KiK), Gera, Lutherstraße 20, ausverkauft!

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Michael Kirchschlager im Gespräch mit Petra Klages: Der Rhein-Ruhr-Ripper – Interviews

Michael Kirchschlager im Gespräch mit Kriminologin Petra Klages zu ihrem neuen Buch “Der Rhein-Ruhr-Ripper Frank Gust – Interviews” (Erscheinungstermin: 15.10.2017 im Verlag Kirchschlager)

Frank Gust, bekannt unter dem Pseudonym Rhein-Ruhr-Ripper, ist ein Serienmörder mit sexuell-sadistischen Neigungen, der in den 1990er Jahren mindestens vier Frauen ermordet und anschließend teilweise ausgeweidet hat. Taten, die zweifelsohne schockieren und einen mit der Frage zurücklassen, wie ein Mensch zu so etwas fähig sein kann. Die Kriminologin Petra Klages geht gemensam mit dem Täter Frank Gust in Interviews diesen Fragen und anderen persönlichen Ereignissen nach. Ich habe Petra Klages zu ihrem neuen Buch befragt.

Liebe Petra Klages, in Deinem neuen Buch gibst Du den Klarnamen des Täters bekannt. Warum erst jetzt?

Bislang ranken sich sozusagen lediglich “Gerüchte” und zahlreiche Falschmeldungen durch die Medien um den Serienmörder. Unabhängig davon, ob es sich um TV – Interviews handelte oder Berichte der Printmedien. Von daher schien es nur logisch, das Buch auch unter dem tatsächlichen Namen des Täters zu veröffentlichen und auf überflüssige Anonymisierungen zu verzichten. Anonymisierungen nahm ich bislang zwar generell vor, dann allerdings um Opfer- und Angehörigenschutz zu leisten. Da es in dem Buch nicht um grausame Details der Taten geht, gab es keinerlei Anlaß, den Namen des Täters nicht zu nennen. Frank Gust und seine Ehefrau selbst wünschten außerdem, einige Falschmeldungen und Gerüchte zu korrigieren.

Frauen, die einen Serienmörder heiraten – für viele unfaßbar. Was steckt dahinter?

Immer wieder erfahren wir über unterschiedliche Medien von Frauen, die sich in Serienmörder verlieben, ihnen zur Flucht verhelfen oder tatsächlich heiraten. In der Regel lesen wir nie etwas über “Liebe”. Dieses wird den Frauen, die sich in derartige Täter verlieben, vollständig abgesprochen – das ist sicherlich falsch. Vermutlich liegt es einfach daran, daß es für die meisten Menschen absolut unglaublich scheint, sich in derartige Monster – denn so werden sie generell bezeichnet – zu verlieben. Den Medien liegt bedauerlicherweise auch nicht daran, aufzuzeigen und aufzuklären, daß Serienmörder eben auch “Menschen” sind und bleiben – trotz ihrer grausamen Taten. Neben ihren Taten waren sie beispielsweise ganz “normale” Menschen: geliebte Söhne, fürsorgliche Väter und verantwortungsbewußte Kollegen. Es ist also durchaus denkbar und somit auch möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der “monströse” Morde beging, denn diese menschlichen “Anteile” sind durch die grausamen Taten nicht aufgehoben oder vernichtet worden.

Aber ist es “normal”?

Sicher, es gab sie immer und wird sie auch immer geben: Frauen, die wir mit gutem Gewissen als “Mördergroupies” bezeichnen. Das war und ist natürlich nicht nachvollziehbar und erregt aus gutem Grund unsere Abscheu vor diesen Menschen. Es ist allerdings voreilig und falsch, diese Motivation allen Frauen zu unterstellen, die sich in derartige Täter verlieben. Man kann eben nicht alle über einen Kamm scheren.

Frank Gust hat geheiratet. Du warst bei der Hochzeit dabei?

Ja – ich war zur Hochzeit eingeladen (steht im Manuskript).
Es war eine Feierlichkeit im kleinen Kreise im Besuchsraum der JVA Werl. Näheres liest Du dann im Buch.

Kann so eine Ehe normal geführt werden?

Eine “normale” Ehe bleibt den meisten Inhaftierten sicherlich zum Teil auch aus gutem Grunde in der Regel verwehrt.
Die Ehe bedeutet für viele trotzdem einen Bund für´s Leben einzugehen – eben unter völlig anderen Bedingungen. Möglicherweise steckt hinter diesem Bündnis weit mehr Idealismus – vielleicht auch sehr viel mehr Liebe und Vertrauen, als bei einer “normalen” Eheschließung, gerade weil eben viele Dinge, die für uns üblich sind, nicht stattfinden können. Das kann ich allerdings nicht beurteilen, lediglich vermuten.

Gibt es ein Art Ehealltag?

Viele Aspekte, die wir im positiven partnerschaftlichen Miteinander schätzen, entfallen einfach.
Es ist dem Paar nicht möglich, sich Tag für Tag zu begegnen. Auch ein Familienurlaub bleibt natürlich verwehrt. Gemeinsame Freundeskreise und Veranstaltungen entfallen genauso, wie unglaublich viele Dinge, die für uns eben ganz normal sind. Besteht diese Ehe tatsächlich auf Dauer, muss vielleicht davon ausgegangen werden, daß die Verbindung andere Qualitäten und möglicherweise sogar eine enorme emotionale Tiefe aufweist um unter diesen enorm erschwerten Bedingungen bestehen zu können. Wie erwähnt, das ist rein hypothetisch und ich denke, von Eheschließung zu Eheschließung Inhaftierter sieht es absolut unterschiedlich aus.

Ich danke Petra Klages für das Gespräch. Ihr Buch erscheint Mitte Oktober 2017 als franz. Broschur, 136 Seiten, 4 Fotos. Preis: 12,95 Euro.


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Neue Ausgaben eines “alten” Klassikers: Das Kriminal Magazin

Seit Jahresbeginn erscheint ein neues “True-Crime-Magazin”: Das Kriminal Magazin. Neben dem “Stern Crime” und dem wohl nicht mehr existenten “Real Crime” – beiden Titeln haftet schon zu viel Denglisch für uns deutsche Leser an – endlich die Neuauflage eines Klassikers. Zunächst wollen wir einen Blick in die Geschichte des Magazins wagen und bemühen die Wikipedia: Das Kriminal-Magazin war eine deutsche Unterhaltungsschrift, die zwischen 1929 und 1931 jeden Monat Krimi-Geschichten herausgab. Das Magazin wurde vom Leipziger Wilhelm Godlmann Verlag vertrieben und verkaufte pro Ausgabe ungefähr 100.000 Exemplare. Herausgeber war kein Geringerer als der englische Schriftsteller Edgar Wallace, dessen Foto auf jedem Cover links unten zu sehen war. Das Magazin, das etwa 100 Seiten umfaßte, war relativ billig, auch deswegen, weil es sich zum großen Teil über Werbung finanzierte.

Neben Geschichten von bekannten Schriftstellern der Weimarer Republik veröffentlichte es auch Analysen und Reportagen ganz unterschiedlicher Autoren zum Thema Kriminalistik. Das Magazin war mit Schwarz-Weiß-Fotos, Zeichnungen und Karikaturen von namhaften Künstlern versehen, wobei kunstvolle Einzelfotos auf stärkerem Karton gedruckt waren. Obwohl die Reihe Ende 1931 eingestellt wurde, gab es eine Neuauflage in den Jahren 1935 und 1936, allerdings war das Heft viel einfacher aufgebaut, es bestand weitestgehend aus Kurz- und Fortsetzungsgeschichten. (Quelle: wikipedia).

Das neue Magazin (unser Besprechungsexemplar ist die Nr. 3) kommt mit 100 Seiten und durchgängigen Farbfotos ganz gut daher und wird auch mit Werbung finanziert (u. a. SPIEGEL Bestseller – was mehr abschreckt als nützt). Das stellt für mich kein Problem dar, allein es wirbt nur mit Kriminalromanwerbung, was einem Magazin für wahre Kriminalfälle nicht wirklich gut tut. Auch die – wohl vom “Oberverlag” gewünschte Vorstellung – prominenter Kriminalschriftsteller (alle aus dem Westen….) paßt nur bedingt und langweilt. Besser wären echte Kriminalisten gewesen. Das Bildmaterial ist – wie bereits gesagt – sehr gut, die kriminalistischen Themen allerdings – neben Aktuellem (Enkeltrick, vermißte Personen, Rechtsmedizin) – wieder die alten: Jürgen Bartsch, legendäre Gangster, elektrischer Stuhl usw. Alles leider schon einmal dagewesen. Ein prominenter Herausgeber (unbedingt ein Kriminalist, Rechtsmediziner oder Kriminalbiologe…) wäre vielleicht aus Marketinggründen ganz nützlich gewesen und hätte dem Magazin etwas Pepp gegeben. Ausstatung und Preis (5 Euro) sind angemessen. Bleibt zu hoffen, daß Das Kriminal Magazin länger läuft als die “Real Crime”. Der Spagat zwischen Kriminalistik und Kriminalliteratur ist schwer zu meistern. Die Leser der Kriminalia.de lesen Krimis eher selten bis kaum. Gleiches gilt für die Leser der Bücher aus dem Verlag Kirchschlager. Trotzdem geben wir – vorerst – vier von fünf Sternen für den Mut, ein deutsches Kriminal-Magazin und kein denglisches Mäggäsinn zu wagen. Michael Kirchschlager

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Neuerscheinung: Thüringer Mord-Pitaval II von Frank Esche

Nachdem Band I des „Thüringer Mord-Pitaval“ von Frank Esche auf großes Interesse stieß, legt der Verlag Kirchschlager einen zweiten Band vor.

In dem reich illustrierten Sachbuch widmet sich der Autor unter anderem drei Serien- und zwei Doppelmorden sowie einem erweiterten Suizid, der zur Auslöschung einer Familie führte.

Die Tötungsverbrechen, die zwischen 1606 und 1968 begangen wurden, führen den Leser erneut an Tatorte voller Grauen und geben tiefe Einblicke in menschliche Abgründe sowie die Psyche der Täter. Dazu wurden Dutzende, oft schlecht strukturierte, ja chaotisch geführte Akten, wiederum aus allen sechs Archiven des Landesarchivs Thüringen, der Stadtarchive Auma-Weidatal, Gera, Neustadt an der Orla, des Bundesarchivs und des BStU (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen) ausgewertet.

Der Leser begegnet einem wahnsinnigen Familienvater in Eliasbrunn, einer hübschen Mordbrennerin aus Oettersdorf, einem Aumaer Mörder, der kurz vor seiner Hinrichtung als Bußprediger auftrat und einem sadistischen Mörder aus Jena, der fünf Menschen bestialisch tötete.

Der Obersynderstedter Schafzimmermord sollte einst den vermeintlichen Mörder aufs Schafott bringen. Ein unglaublicher Zufall verhinderte einen nicht wieder zu korrigierenden Justizirrtum. Dieser Strafrechtsfall zeigt besonders klar, vor welchen schwierigen Herausforderungen Polizisten, Kriminalbeamte, Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte und Geschworene bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen, der Rechtsfindung sowie Rechtsprechung standen.

Die Kriminalfälle verdeutlichen zudem die sozialen Probleme vergangener Jahrhunderte sowie die Lebensumstände der Menschen, die oft Auslöser schwerer Verbrechen waren. Zahlreiche Abbildungen, darunter auch Tatortbilder, illustrieren diesen zweiten Band wieder in einzigartiger Weise und vermitteln Zeitkolorit. Weiterlesen

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Franz Laubler – Der Mörder des Predigers Hahn zu Dresden – Eine Leseprobe aus “Mörder / Räuber / Menschenfresser”

Franz Laubler wurde 1684 bei Augsburg geboren. Er war gelernter Fleischer, der aber nach den Lehrjahren bald Kriegsdienste nahm, und nach erhaltenem Abschied in der halben Welt herumlief. Er kam endlich in Dresden an und da es ihm an Unterhalt fehlte, beschloß er, als Katholik ein Lutheraner zu werden. Deshalb wandte er sich an den berühmten Prediger Hahn, der ihm Unterricht erteilte, Essen, Trinken und Geld gab. Er brachte ihn auch unter die reitenden Trabanten, von denen er aber nach drei Jahren, wegen sichtbarer Spuren von Narrheit, den Abschied bekam. Sogleich faßte Laubler den Entschluß, seinen Bekehrer zu ermorden.

Er versah sich am 20. Mai 1725 mit einem Messer, zehneinhalb Zoll lang, mit drei dreieckigen eisernen Nägeln, einem Strick und einer Rute. Mit diesen Werkzeugen ging er am folgenden Tag im Rausch zu dem Prediger Hahn und verlangte ihn mit Ungestüm zu sprechen. Hahn kam endlich und ging mit ihm auf den Saal. Eigener Aussage nach hätte Laubler lieber die abgelegene Studierstube gewünscht, weil er sich vorgenommen hatte, den unglücklichen Prediger zu würgen, anschließend zu kreuzigen und mit Ruten zu geißeln. Ein Vorsatz, der an seiner gänzlichen Unvernunft keinen Augenblick zweifeln läßt. Laubler fing von geistlichen Dingen an zu reden, fragte ihn, ob er als ein guter Hirte sein Leben für die Schafe lassen wollte. Wie der Prediger mit ja antwortete, sagte er, ich bin von Gott gesandt, ihm jetzt das Leben zu nehmen. Zugleich wollte er ihm die Schleife über den Kopf werfen, da aber Hahn die Hand vorwarf, gab er ihm zwei tödliche Stiche in die linke Brust. Über das Geschrei des Verwundeten wollte dessen Frau zuspringen, der Mörder aber schloß sie ein, und weil sich der Verwundete unterdessen aus der Tür machte, gab er ihm von hinten noch zwei Stiche. Hahn sank matt an der Treppe nieder und empfing von dem aus dem Haus laufenden Mörder noch zwei weitere Stiche.

Laubler ging von selbst in die Wache und gab sich als Arrestant an, mit den Worten, er habe den Seelenverführer Hahn ermordet. Dieser von einem verrückten Menschen ausgeübte Mord, hätte ohne die guten Anstalten des Gouverneurs Graf von Wackerbarth, bald ein allgemeines Blutbad verursacht. Unter dem Pöbel verbreitete sich das Gerücht, der Mord sei von den Katholiken angestiftet worden, und es sollten noch mehrere evangelische Prediger umgebracht werden. Der Pöbel griff die Katholiken an und schlug sie blutrünstig. Er übte auch in ihren Häusern Exzesse aus. Die starken und häufigen Patrouillen mußten ihn zerstreuen, und die Katholiken zur Sicherheit in die Wache nehmen. Am anderen Morgen breitete sich ohne die geringste Veranlassung in der Kreuzkirche das Gerücht aus, daß an der Kirchentür Katholiken mit Flinten und bloßen Degen stünden und der Prediger auf der Kanzel erschossen werden sollte. Die Frauenzimmer fingen an zu heulen und zu schreien, und der Gottesdienst konnte nur mit Mühe zu Ende gebracht werden. Nach ein paar Tagen kam endlich das Volk von seiner Verblendung zurück. Glücklicherweise war dadurch kein neues Blutvergießen verursacht worden.

Das Aufführen Laublers im Gefängnis und einige eingangene Nachrichten von seinem vorigen Leben bestätigten hinlänglich, daß er öfters Anfälle von Zerrüttung der Sinne bekam. Dessen ungeachtet wurde er am 18. Juli 1726 dem ergangenen Urteil gemäß von oben herunter gerädert. Nach dem ersten Schlag mit dem Rad richtete er sich noch auf und sah dem Scharfrichter gerade ins Gesicht, der die Exekution überhaupt nicht besonders verrichtete. Übrigens hat kaum der Mord des großen Königs Heinrich IV. von Frankreich so viel Aufsehen in Deutschland erregt, wie die Ermordung des ehrlichen, aber einfältigen Magisters Hahn.

Magister Hahn wird von Franz Laubler ermordet. Zeitgenössischer Kupferstich.

Die Tatwaffe, Strick und Nägel. Zeitgenössischer Kupferstich.

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Filmdokument von der Leipziger Buchmesse 2017

Liebe Kriminalia-Freunde! Hier findet Ihr ein einzigartiges Filmdokument von der Leipziger Buchmesse 2017 mit zahlreichen Interviews, u. a. auch von mir. Viel Freude beim Ansehen wünscht Euch Verleger Michael Kirchschlager

https://www.youtube.com/watch?v=PMz0cG_YSfc

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Gerd Frank: Heinrich Pommerenke (1937-2008) – ein deutscher Serienmörder

Heinrich Max Pommerenke (* 6. Juli 1937, + 27. Dezember 2008) war ein deutscher Serienmörder. Seit 1959 inhaftiert, war er bei seinem Tod der am längsten einsitzende Häftling in der BRD. P. stammte aus dem mecklenburgischen Ort Bentwisch bei Rostock, wo der Vater im Hafen gearbeitet hatte. Nachdem dieser im Krieg gefallen und die Mutter 1949 ihre beiden kleinen Kinder verlassen hatte, wuchs P. bei seinen Großeltern in Mecklenburg auf, wo er eine Vergewaltigung beging. Er wurde Maler und floh nach einer zweiten Vergewaltigung 1953 aus der DDR nach West-Berlin. Dort von der Polizei aufgegriffen, wurde er zu seiner Mutter in die Schweiz geschickt, wo er zum dritten Mal ein Mädchen vergewaltigte und des Landes verwiesen wurde. In der Folgezeit verübte er verschiedene Raubüberfälle und Sittlichkeitsverbrechen im süddeutschen Raum sowie dem österreichischen Bregenz. Weiterlesen

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