Der Pranger von Dosendorf in Niederösterreich

In den Städten Niederösterreichs stößt man vereinzelt auf interessante Rechtsdenkmale, gemeint sind in diesem Fall die „Pranger“. Bemerkenswert ist der von Drosendorf: Drosendorf ist eine mehr als sehenswerte Stadt, besonders durch ihre gewaltige mittelalterliche Stadtbefestigung (zwei Belagerungen 1278 u. 1328, letztere mit mindestens zwei Bliden) – ein Tip für Mittelalter- und Burgenfreunde! Die Pranger werden hier auch Rolandsäulen genannt, weil auf ihren Spitzen ein gewappneter Roland steht. Das Besondere am Pranger von Drosendorf ist ein Schandstein oder besser sogar eine Schandkugel (wie auch in Heidenreichstein), nur hier handelt es sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit um einen nachträglich gerundeten Blidenstein v. der Belagerung von Burg und Stadt 1328 durch den blinden Böhmenkönig Johann, der Drosendorf nach 6 Wochen kontinuierlicher Belagerung erobern konnte. Der Text zum Pranger verrät folgendes: Höchste Rolandsäule im deutschsprachigen Raum. Erbaut um 1500, oberer Teil vom Jahr 1616. Sittenlose Weiber und trunksüchtige Männer wurden hier angeprangert. Renoviert 1998/99.

Gesamtansicht der Dosendorfer Rolandsäule.
Der Schandstein am Pranger, der den sittenlosen Weibern und den trunksüchtigen Männern umgehängt wurde. Möglicherweise ein gerundeter Blidenstein von der Belagerung 1328?
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