Im mittelalterlichen Andachtsbuch „Speculum humanae salvationis“, einem Erbauungsbuch aus der Zeit um 1360, findet sich neben vielen Miniaturen auch die legendäre Hinrichtung des Jesaias. Aufgrund seiner Strafreden gegen König Manasses sei er mit einer Baumsäge mittendurch geschnitten wurde. mittels Zersägung. König Manasse (um 708 v. Chr.; † um 642 oder 641 v. Chr.) regierte das Südreich Juda. Der Prophet wurde aufgrund der Anklage des Lügenpropheten Belchira verfolgt und soll mit dem Tod durch die Säge bestraft werden. Jesaja flüchtet in einen Baum, wo er lebendig auf grausame Weise zersägt wird.
Seine Standhaftigkeit und seine Unempfindlichkeit gegenüber den Folterqualen werden in nahezu idealer Weise geschildert: “Jesaja aber schrie weder, noch weinte er, als er zersägt wurde, sondern sein Mund unterhielt sich mit dem Heiligen Geist, bis er entzwei gesägt war.“ (AscJes 5,14). Weitere Informationen s. Link unten.
Am 3. Dezember ermordete der aus Massenhausen stammende Schäfersknecht Lorenz Fischer bei den sogenannten Panierswiesen bei Eisfeld brutal den Gerbergesellen Caspar Friedrich Beer. Dabei erbeutete er 40 Gulden, die er nach „Rottenbach ins Lotto“ tragen wollte.
Der Mörder wurde am 26. April 1811 auf einem auf dem Seerasen errichteten Schafott durch den Eisfelder Fallmeister Kratzmüller enthauptet. Sein Kopf wurde an der Mordstelle in der „Kühruh“ aufgespießt und der Körper des Gerichteten auf dem Galgenberg aufs Rad geflochten, wo er auch begraben liebt.
Am Haderberg, heute in der Nähe der Firma Heidemann in Richtung Bockstadt gelegen, wurde 1911 wegen dieser schrecklichen Bluttat dieser Gedenkstein aufgestellt. Nachdem er beschädigt worden war, verbrachte man ihn 1956 in den Schloßgarten des Schlosses Eisfeld.
Am Ostersonnabend 1919 wurde die elfjährige Rosa Völker in Rodach bei Coburg entsendet, um ihrem Vater das Mittagessen zu bringen. Der Arbeiter verrichtete an diesem 19. April sein Tagewerk an der Straße nach Heldburg. Als das Mädchen abends noch immer nicht nach Hause gekommen war, wurden am Sonntag Streifen ausgeschickt. Kinder entdeckten kurz darauf in einem Waldstück am Stadtrand an einem Strauch hängende Eingeweide sowie unweit davon entfernt unter Laub versteckt den Kopf des Mädchens, Knochen und ein Bein mit Strumpf und Schuh. Es gelang den hinzugezogenen Ermittlern schnell, die grausigen Details des Verbrechens ans Tageslicht zu bringen. Bereits am Vormittag des 23. April 1919 verhaftete man den 29 Jahre alten Oskar Lichtenburg in seiner Wohnung aus seinem Bette heraus und brachte ihn ins Coburger Gefängnis.
Der ledige ehemalige Schauspieler, Artist und Händler entstammte dem Dorf Oberfladungen bei Mellrichstadt. Er hatte im Weltkrieg gedient, war mehrfach ausgezeichnet worden und machte einen durchaus normalen Eindruck. Lichtenburg gestand, die Nacht zum Sonnabend in einem Gasthaus in Rodach verbracht, dieses gegen halb elf verlassen und das Mädchen in seiner Militäruniform in das Waldstück gelockt zu haben. Dort habe er dem Mädchen das Essen abgenommen und an ihr ein Sittlichkeitsverbrechen begehen wollen. Als das Mädchen geschrieben habe, habe er sie mit einem Schlag auf den Kopf niedergeschlagen und ihr die Kehle durchgeschnitten. Die Leiche habe er liegengelassen und sei geflohen. Am Abend sei er zurückgekehrt und habe das Kind zerstückelt. 13 Pfund Fleisch habe er herausgeschnitten. Ein halbes Pfund habe selbst gegessen. Den Rest habe er in seinen Handkoffer gestopft und sei hausieren gegangen. Das Fleisch habe er als Hammelfleisch, das Pfund zu 4 Mark, in Rodach an einen Gasthof, eine Wirtschaft und einen Privathaushalt verkauft. Die zeitgenößischen Zeitungsberichterstattung berichtete betont und auffällig häufig, dass alle Stücke des verkauften Fleisches bereits am 1. Osterfeiertag beschlagnahmt und nicht davon gegessen wurde, da die Käufer das Fleisch beanstandet hätten. Die Beruhigung der Bevölkerung scheint dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt zu haben. Einige Tage später gestand Lichtenburg, bereits am Karfreitag ein Mädchen auf der Straße bei Hildburghausen überfallen, zu vergewaltigen versucht und ausgeraubt zu haben. Anfang Mai 1919 wurde er nach Meiningen überführt. Das dortige Schwurgericht verurteilte ihn zum Tode. Wenig später starb Oskar Lichtenburg in Untermaßfeld unterm Fallbeil. Die Geschichte des Völkers Rösle lebt bis heute. (Themarer Zeitung 24.04.1919, 26.04.1919, 01.05.1919; Gartzer Zeitung 24.04.1919; Der Schozachtäler: Ilsfelder Zeitung 30.04.1919; Leipziger Tageblatt und Handelzeitung 30.04.1919; inSüdthüringen 29.10.2020; Fränkischer Tag 20.07.2021)
Am 25. April 2024 schloß Klaus Dalski für immer seine Augen. Und so, wie er durch seine humorvolle Art vielen Menschen große Freude bereitet hat, haben viele Menschen bei der Nachricht von seinem Tod geweint. Aber wir verlieren nicht nur einen großartigen Freund sondern auch einen unserer Bestsellerautoren. Seine beiden Bücher „Der Kopf in der Ilm“ und „Die Bombe auf dem Zwiebelmarkt“ erreichten mehrere hohe Auflagen. Kriminaloberrat a. D. Klaus Dalski hat unseren Verlag maßgebend geprägt, er entwickelte das Format für die moderierten Lesungen von Autor und Verleger, er lernte mir das kriminalistische Denken. Der Lebensweg des Kriminalisten, Lehrers, Fußballers, Sachbuchautors und Humoristen Klaus Dalski stand stellvertretend für den vieler Menschen in der DDR. Klaus Dalski, am 15. Mai 1939 geboren, erlebte als Sechsjähriger die Bombardierung Magdeburgs, war ein Flüchtlingskind, erlernte den Maurerberuf, wurde Fußball-Nationalspieler und konnte auf eine langjährige und erfolgreiche Dienstzeit als leitender Kriminalist in Thüringen zurückblicken. Er erlebte den Zusammenbruch des Dritten Reiches, den Aufbau und schließlich auch den Niedergang der DDR. Klaus Dalski liebte das klassische Weimar, doch er kannte auch Buchenwald. Seine Lebenserinnerungen schrieb er in seinem dritten Buch “ Vom Pferdedieb zum Kriminaloberrat“ nieder.
In seiner wunderbaren Frau Doris fand er sein Lebensglück, seine Familie wurde sein Ruhepol. So schwer die Arbeit als Kriminalist auch war, so verlor er nie seine Lebensfreude und seinen unvergleichlichen Humor. Auf seinem Grabstein, so sagte er oft augenzwinkernd, würde einmal stehen: Hier ruht ein ehrbarer Kriminalist und bummelt seine Überstunden ab.
Mein lieber Klaus, das sei Dir vergönnt! In tiefer Trauer, in stillem Gedenken und in großer Freundschaft
Die Arnstädter Scharfrichter – Genealogie, Hinrichtungen und Richtstätten
1. Die Scharfrichterfamilien Stöckler, Brand(t) und Kritzler in Arnstadt
In Arnstadt sind die Scharfrichterfamilien Stöckler, Brand(t) und Kritzler nachweisbar. In den Arnstädter Kirchenbüchern tritt Heinrich Stöckler als Feldmeister und Scharfrichter ab 1639 in Erscheinung. Der erste als Bürger 1727 aufgenommene Scharf- und Nachrichter war Johann Nicolaus Kritzler aus Neustadt/Orla. Der letzte Arnstädter Scharfrichter Johann Christian Wilhelm Kritzler starb 1822. Da die Scharfrichter oft unter „ihresgleichen“ heirateten, vererbte sich das Amt über Generationen. Verwandtschaftliche und berufliche Beziehungen sind u.a. bei den Taufpaten zu erkennen. Die Scharfrichter waren zuständig für Leibes- und Todesstrafen, u.a. Pranger- und Prügelstrafen, Rädern, aufs Rad flechten, Vierteilen, Häuten, Köpfen, Hängen, Anwendung von Folterwerkzeugen bei Verhören in Hexenprozessen und Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.
Vor wenigen Tagen durfte ich eine spezielle Führung durch o. g. Objekt erleben: 1736 eröffnet, 1746-1813 Anschluß eines Tollhauses, 1825 Waisenhaus nach Weingarten verlegt, bis 1945 Zuchthaus, danach Vollzugsanstalt. Das Tollhaus wurde 1748 als Teil des Zucht- und Arbeitshauses erbaut, 1770-1829 Wohnung des Waisenhaus-Schulmeisters, bis 1839 Unterbringung von Festungsstrafgefangenen, bis 1846 Anstalt für jugendliche Straftäter, danach Nutzung für Dienstwohnungen, seit 1988 Strafvollzugsmuseum https://strafvollzugsmuseum.de . Das Museum zeigt außergewöhnliche Originalstücke, z. B. zwei Guillotinen (Rastatt und Moabit).
Mit furchtbarer Grausamkeit verübt ein „Nachtgespenst“ die unheimlichsten Verbrechen, welche die Bevölkerung mit solchem Abscheu erfüllen, daß sie nur mit den größten Anstrengungen und Opfern an Menschenleben von einer Lynchjustiz abgehalten werden kann.
In der Nacht vom 28. zum 29. Juni 1926 schlich ein schäbig gekleidetes Individuum die Nebraska Avenue in Tampa1 entlang. Der Mann machte hier und da halt, strich ein Zündholz an und versuchte bei dessen dürftigem Licht eine der Hausnummern zu entziffern. Das ganze Viertel, das zu den ärmeren der Stadt gehörte, lag verlassen da. Nur selten tauchte ein vereinzelter Passant auf, der nach Hause eilte, ohne sich um das Treiben des Schäbigen zu kümmern. Auch von einem Polizisten war nichts zu erblicken – und doch wären vielleicht fünfzehn Menschen noch am Leben, wenn in diesem Augenblick ein Beamter aufgetaucht wäre, und sich des verdächtigen Individuums angenommen hätte. Die schleichende Gestalt war an einem einstöckigen Fachwerkhäuschen angelangt. Wieder flackerte ein Streichholz auf. Die Hausnummer war 116.