Verleger Michael Kirchschlager im Gespräch mit Kriminalrat a. D. Hans Thiers

Herr Thiers, in einigen Wochen erscheint Ihr Buch „Mordfälle im Bezirk Gera“. Sie waren lange Zeit als Leiter der Morduntersuchungskommission im Bezirk Gera tätig und kennen sich bestens aus. Viele Menschen, vornehmlich jüngere Leute, können sich unter dem Bezirk Gera nichts mehr vorstellen. Aus welchen Kreisen setzte sich der Bezirk Gera zusammen?

Der Bezirk Gera war einer der 15 Bezirke der DDR. Das Land Thüringen setzt sich heute in etwa aus den Bezirken Suhl, Erfurt und Gera zusammen. Elf Landkreise und zwei Stadtkreise (Gera-Stadt/Jena-Stadt), also insgesamt 13 Kreise bildeten den Bezirk Gera.

Das Gebäude der BDVP Gera, in der heute noch die Polizei untergebracht ist.

Was war Ihr erster Fall?

Mein richtiges erstes Tötungsverbrechen war Neustadt/Orla 1973 – Angefallen als unbekannter Mord, wo ich durch erste Untersuchungsaufgaben das kriminalistische Laufen lernte. Dabei handelte es sich um die Entführung des eigenen Kindes aus der Kinderkrippe durch die eigene Kindesmutter und die anschließende Tötung des Kindes durch die Kindesmutter. Ein grausamer Fall, den die Leserschaft in meinem Buch als zweiten Fall erwartet. Weiterlesen →

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Eine 17jährige Mörderin (Hessen, 1782) von Wolfgang Krüger

Seit Oktober 1782 stand die aus hessischen Dreieichenhain stammende Jüdin Frommet Samuel im Dienst der ebenfalls jüdischen Witwe Schönle Maas, deren Haus in der Judengasse, mitten in der alten Reichsstadt Frankfurt, stand. Frommet zählte erst 17 Jahre und hatte von ihrer sehr zanksüchtigen Dienstherrin viel zu ertragen. Nicht nur, daß sie von dieser geschlagen wurde, nein, die Alte enthielt ihr immer wieder den Lohn vor und bezichtigte die junge Magd wiederholt des Diebstahls, obwohl Frommet sich nie etwas zu schulden kommen ließ. Weiterlesen →

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Ostpreußen 1852: „In der Stube erschlagen und im Stall verscharrt“ – Ein Kriminalfall von Wolfgang Krüger

Charlotte Meyer, Altsitzerswitwe und 63 Jahre alt, und ihre 24jährige unverheiratete Tochter Mathilde, bewohnten eine Kate im heute untergegangenen Dorf Szwainen, nicht weit von Insterburg, das damals zur preußischen Provinz Preußen gehörte. Beide waren recht arm, beide besaßen aber auch eine tiefe Abneigung gegen Juden. So steckten sie die Köpfe zusammen und berieten, wie man sich in den Besitz größerer Geldmittel setzen könne. Ihnen fiel alsbald ein polnischer Hausierer jüdischen Glaubens ein, den sie schon lange kannten und der sich immer wieder mal an ihrer Katentür zeigte, um seine armseligen Waren anzubieten. Der schien ihnen das geeignete Opfer, denn in ihrer Einfalt meinten sie, der Mord an einem beziehungsweise das Verschwinden eines Juden würde schon kein allzu großes Aufsehen erregen. Gesagt, getan. Weiterlesen →

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Der Würger von Braunschweig (Der Fall Ferenc Sos, Braunschweig 1977) von Gerd Frank

Der folgende Beitrag versteht sich als Leseprobe aus dem Sachbuch: TOTMACHER 1 – Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder von Gerd Frank. Das Buch erscheint Ende Juni 2014 im Verlag Kirchschlager.

Am Donnerstag, dem 20. Januar 1977, entdeckte die Kriminalpolizei Braunschweig eines der brutalsten Verbrechen der deutschen Nachkriegszeit. In einem Einfamilienhaus im Villenviertel von Braunschweig-Mascherode waren fünf Menschen bestialisch ermordet worden: der Volksbankdirektor Wolfgang Kraemer (46), seine Frau Brigitte (40) und drei seiner Kinder. Den Beamten bot sich ein grausiges Bild: Der Hausherr, seine Frau und die Kinder Martin (6), Nele (11) und Stefan (16) lagen erdrosselt am Boden. Als Mordwaffen hatten eine Paketschnur und ein Schal herhalten müssen. Weiterlesen →

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Neuerscheinung: Gerd Frank – Totmacher 1 / Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder (1945-1977)

Bücher über „Wahre Kriminalfälle“ (True Crime) sind seit jeher beliebt und finden ein breites, wenngleich vornehmlich weibliches Lesepublikum. Der Verlag Kirchschlager hat sich auf Kriminalgeschichte und die Herausgabe sogenannter Pitavals (Sammlungen historischer Kriminal- und Strafrechtsfälle) spezialisiert.

Gerd Frank schildert in diesem Pitaval zwölf außergewöhnliche und unheimliche Mordfälle aus der Nachkriegszeit der Bundesrepublik Deutschland. In einem spannenden, klaren Stil führt er uns in Hinterhöfe, auf die Straße, in die Gosse, in die Abgründe der menschlichen Seele. Einige der beschriebenen Fälle dürften dem interessierten Publikum bereits bekannt sein, etwa der Fall des selbsternannten Totmachers Rudolf Pleil oder des Vampirs von Nürnberg, Kuno Hofmann. Andere Fälle sind in Vergessenheit geraten, wie zum Beispiel der des Würgers von Braunschweig, Ferenc Sos, der im Januar 1977 eine fünfköpfige Bankiersfamilie mit einer Paketschnur brutal erdrosselt hat und als Massenmörder zu definieren ist. Gleiches gilt für den bestialischen Frauenmörder von Osnabrück, Gerhard Dittrich, dessen mildes Urteil als Skandal angesehen wurde. Einen faden Nachgeschmack hinterläßt auch die Verurteilung der Mörder, auf deren Konto die sogenannten „Hamburger Taximorde“ kommen. Immer wieder wird die Leserschaft mit psychopathischen Serienmördern konfrontiert und muß erstarren, wie sogenannte „Gutachter“ die Gefährlichkeit der Verbrecher einschätzen und oftmals unterschätzen.

Täteraussagen, Geständnisse und psychologische Gutachten lassen uns erschauern. Nicht immer sind es jedoch Waffennarren, Psychopthaten oder Sadisten, die morden! Oft suchen wir nach einem klaren Motiv und finden es in der Geldgier!

„Das Geld übt eine unerhörte Macht aus. Jeder jagt hinter dem Gelde her. Das einzige Ziel jedes einzelnen ist das Vergnügen. In dieser wahnsinnigen Jagd nach Geld sind kleine Fälschungen und Diebstähle Zwischenfälle, die man nicht tragisch nimmt. Unsere Jungen und Mädchen lesen überall von hochangesehenen Männern, die die Gesetze verletzt haben und doch reiche und oft angesehene Persönlichkeiten wurden. So haben wir dem Verbrechertum zu einer Karriere verholfen, anstatt es als eine Schande zu brandmarken. Viele unserer Staatsmänner, viele unserer Polizeibeamten sind von der Korruption angesteckt. Wie können solche Männer die Helden und Führer unserer jüngeren Generation sein? … In den Kinos können unsere Jungen und Mädchen die Spielhöllen studieren. Sie sehen die Überspanntheit, die Ausschweifungen der faulen Reichen und nehmen schließlich an, dieser Zustand und diese Verhältnisse seien der normale Verlauf des Lebens und der Gesellschaft. Geld und Autos sind notwendige Voraussetzungen, die man sich um jeden Preis verschaffen muß.“ Die Worte von Andrews Bruce, des ehemaligen Präsidenten des amerikanischen Obergerichtshofes, erklären nicht nur das Motiv des Würgers von Braunschweig oder der meisten anderen in unserem Pitaval, nein, sie klingen erschreckend aktuell. Doch das Zitat entstammt keinem Buch der Gegenwart, sondern ist dem ersten Band des großartigen Sittengemäldes vom Verbrecher von Robert Heymann entnommen und der stammt aus dem Jahre 1930!

Die Auswahl der hier behandelten Mordfälle reicht von 1945 bis 1977, ja eigentlich bis 2008. In diesem Jahr wurde der Vampir von Nürnberg aus der Haft entlassen (und begann mit der Niederschrift seiner „Memoiren“). Weitere gefährliche und untherapierbare Mörder werden folgen, unbegreiflicherweise. Abschließend muß man feststellen: unsere Gesellschaft trägt an vielen Verbrechen und Verbrechensarten ihren ureigensten Anteil. Das sollte uns zum Nachdenken anregen!

Taschenbuch, 200 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen, Preis: 12.80 Euro.

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William Palmer – ein englischer Giftmörder (1824-1856)

Der Arzt und Serienmörder William Palmer (geb. 6. August 1824 in Rugeley, Staffordshire, England, hingerichtet am 14. Juni 1856 in Stafford) wurde für die Vergiftung seines Bekannten John Parsons Cook verurteilt und öffentlich mit dem Strick hingerichtet. Die Hinrichtung erfolgte öffentlich vor über 20000 Zuschauern. Als Scharfrichter fungierte Mr. Smith, ein Nagelschmied, der das Amt des Henkers schon seit 16 Jahren in der Grafschaft Stafford ausübte. „Palmer`s Körper hing die gebräuchliche Zeit am Galgen, wurde dann abgeschnitten und ins Innere des Gefängnisses gebracht, wo Mr. Bridges von Liverpool augenblicklich einen Gips-Abdruck von Palmer`s Kopf nahm, wie Mr. Bridges behauptet, phrenologisch betrachtet, einen entschieden schlechten Charakter anzeigt.“ Der ordnungsliebende Palmer soll aber noch weitere Giftmorde begangen haben, um seinem Hobby, dem Pferderennen (und natürlich den Wetten) fröhnen zu können. Weiterlesen →

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Ingo Wirt: Tote geben zu Protokoll – eine Rezension von Michael Kirchschlager

Schon vor Jahrhunderten wurden Ärzte als Sachverständige bei Rechtsstreiten zu Rate gezogen. Mit der Vervollkommnung des medizinischen Wissens und eng verbunden mit dem Wandel der Gesetzgebung, bildete sich die Gerichtliche Medizin heraus. Im Mittelpunkt der Tätigkeit des Gerichtsmediziners steht die Untersuchung gewaltsamer Todesfälle (im Gegensatz zum Pathologen). Weiterlesen →

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Neue Lesetermine mit Kriminaloberrat a. D. Klaus Dalski

Erleben Sie wieder spannende und unterhaltsame Kriminalabende mit dem Kriminalisten Klaus Dalski und dem Historiker Michael Kirchschlager.

14. Juni – Trauerhalle Nordfriedhof Jena, Hufelandweg 4, 20 Uhr

24. Juni – Gemeindehaus, Ulla

11. Juli – Stadtbibliothek Kölleda, ab 19.30 Uhr, Eintrittspreis: 8 Euro Vorkasse, 10 Euro Abendkasse. Achtung Fußballfreunde! Der Tag ist spielfrei!!! Weiterlesen →

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Kuno Hofmann – Der Vampir von Nürnberg – ein deutscher Serienmörder und Leichenschänder von Gerd Frank (Leseprobe)

Der folgende Beitrag versteht sich als Leseprobe aus dem in Vorbereitung befindlichen Band von Gerd Frank: TOTMACHER 1 – Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder. Erscheinungstermin: Juni/ Juli 2014.

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In Vorbereitung: Mordfälle im Bezirk Gera von Kriminalrat a. D. Hans Thiers

Der ehemalige Leiter der Morduntersuchungskommission (MUK) des Bezirkes Gera, Kriminalrat a. D. Hans Thiers, berichtet über die Aufdeckung, Aufklärung und Untersuchung authentischer Mordfälle. Er führt uns an Tatorte voller Grauen und zwischenmenschlicher Tragödien. Besonders bei Straftaten gegen Kinder geht in den Städten und Gemeinden des Bezirkes Gera die Angst um. Die Kriminalisten sind bestens ausgebildet, die einzelnen Abteilungen personell stark besetzt. Die Aufklärungsquote war sehr hoch. Schnell sind die Mörder gefaßt und verurteilt. Doch die Geständnisse der Täter lassen uns erschaudern und wie so oft, müssen wir erkennen, daß Gerechtigkeit nur ein Traum ist.

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