Ein Ehemann als Marterknecht (1794)

Wir führen Dich, freundlicher Leser, in ein Haus in der Wiener Leopoldstadt, welches Eigentum des Bürgers Georg Niener war. Im zweiten Stockwerk des Hauses, in einem lichten, wohnlich eingerichteten Zimmer, saßen zwei junge Mädchen, emsig mit Näharbeit beschäftigt, und die Menge von feiner, zierlich aufeinander geschichteter Damenwäsche, von Tischtüchern, Servietten, kurz von allem dem, was man jungen Eheleuten zum Beginn ihrer neuen Wirtschaft mitzugeben pflegt, ließen den aufmerksamen Beobachter erkennen, daß hier noch die letzte Hand an die reiche, solide Aussteuer einer Wiener Bürgerstochter gelegt wurde. Eine ganz erkleckliche Anzahl neuer Kleider, worunter eines von weißer Seide, mit gleichfarbigen Maschen und Spitzen geziert, und ein langer, spinnengewebähnlicher Brautschleier, die sorgfältig an einem Kleiderstock aufgehängt waren, bestärkten diese Meinung noch. Glitt aber der Blick von all diesen Herrlichkeiten auf die beiden Mädchen, so würde man wieder irre, denn still, fast traurig saßen die beiden da, und nur das Rauschen des Stoffes, an dem sie ihre Kunstfertigkeit erprobten, unterbrach von Zeit zu Zeit die fast unheimliche Ruhe. Weiterlesen →

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Der Hexenprozeß zu Mora in Schweden (1670)

Im Jahr 1669 äußerten sich zu gleicher Zeit bei mehreren Kindern zu Mora, diesem in der Schwedischen Geschichte durch Gustav Wasa und Gustav III. so berühmten Orte, sowie in der umliegenden Gegend seltsame Zufälle. Die Kinder fielen in tiefe Ohnmachten, litten an heftigen Nervenübeln und Krämpfen, verzerrten die Gesichter, sprachen und phantasierten wachend und im Paroxismus von Blocula und den dortigen Hexentänzen etc. etc. Weiterlesen →

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Der Vampir Peter Plogojowitz (1725)

In dem Dorf Kisolova verstarb der Untertan Peter Plogojowitz und wurde nach einigen Tagen christlich zur Erde bestattet. Nachdem er ein paar Tage beerdigt war, wurden auf einmal mehrere Personen im Dorf plötzlich krank, und innerhalb von 8 Tagen starben 9 Personen, alte und junge, nach einem kurzen Krankenlager von einem, oder längstens von zwei Tagen. Weiterlesen →

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Die robusten Geräderten (1702)

Im Dezember 1702 wurde in der Schweiz eine große Räuber- und Mörderbande hingerichtet. Die Delinquenten, wahrscheinlich besonders robuste Naturen, hatten ihre Räderung offenbar gut überstanden, denn in der Sonnabendeschen Postillion vom 27. Dezember d. J. heißt es: Einer der Mörder, als er zur Exekution hingeführt wurde, fing im vorbeigehen an einem Hügel laut zu lachen an und erzählte darauf, daß er einst an diesem Ort einen Kesselflicker schlafend mit einem kleinen Feuerchen an seiner Seite schlafend fand, dem er einen Löffel voll geschmolzenes Blei in den Mund goß, der dadurch solch kurzweilige Kapriolen machte, daß er jedes Mal, wenn er daran dachte, sich des Lachens nicht enthalten könne. Selbige wurden alle längs dem See von Lausanne auf Räder gesetzt. Weiterlesen →

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Die grausame Schwester (1826)

Beim Assisengericht zu Rennes in Frankreich kam im Jahre 1826 folgender Fall vor: Eine gewisse Survelè in der Gemeinde St. Briant, nahe bei St. Malo, lebte als eine Witwe mit 5 unerzogenen Kindern, wovon das jüngste vier und das älteste 14 Jahre alt war. Es gelang ihr, durch anhaltende Arbeit und mit Unterstützung ihrer älstesten Tocher Anne Survelè, ihre zahlreiche Familie zu unterhalten. Anne, düstern und mürrischen Gemüts, faßte, in der entfernten Hoffnung auf den geringen Nachlaß ihrer Mutter, den Entschluß, ihren jüngsten, 5 Jahre alten Bruder Joseph und ihre vierjährige Schwester Marie umzubringen. Weiterlesen →

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Der verräterische Spießnagel (1817)

Auf einem Dorf starb ein Schmied, ein Mann in den besten Jahren, plötzlich und ohne vorher krank gewesen zu sein, zur Nachtzeit. Die junge Witwe veranstaltete ihm ein ansehnliches Leichenbegängnis, und ehelichte bald darauf den Gesellen, der bisher bei ihrem Mann in Arbeit gestanden hatte.

Nach mehr als dreißig Jahren waren einige Einwohner des Ortes auf dem Kirchhof beschäftigt, ein Grab zu machen, und bei dieser Gelegenheit warfen sie einen Menschenschädel heraus, an dem sie gewahr wurden, daß er sich bewegte. Sie gerieten darüber in Furcht, und trauten sich nicht, den Schädel anzufassen, riefen aber doch den nahe wohnenden Prediger herbei. Während dieser den Schädel aufhob, fiel eine Kröte heraus, die in demselben ihre Herberge gehabt und die Bewegung verursacht hatte. Zugleich fand man nun auch, daß ein großer Spießnagel oben in den Schädel hineingeschlagen war und nach einigem Nachsinnen ergab sich, daß dies die Stelle sei, wo der Schmied vor dreißig Jahren beerdigt worden war. Weiterlesen →

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Die unmenschlichen Eltern (1751)

Paris, 16. Juni 1751. In Briefen von Rennes vom 9. Juni dieses Jahres wird eine Geschichte berichtet, die fast nicht glaubhaft scheinen kann, die wir aber doch so, wie sie sich zugetragen haben soll, anführen wollen. Es hätte nämlich ein dortiger Partikulier (vermögender Rentner), der vom Podagra geplagt war, nachdem er in einem alten Buch gefunden hat, daß das Kinderfett ein gewisses Mittel dagegen wäre, solches seiner Frau gezeigt, die ihm riet, eines ihrer Kinder von vier Jahren zu töten, dem sie alle beide nicht gut waren. Da nun das Kind während ihrer Unterredung zugegen war und alles, was sie geredet hatten verstand, wäre es aus dem Haus zu einer Nachbarin gelaufen, der das Kind die ganze Sache erzählte. Diese aber, die es dem Kind nicht glaubte, hätte es zu seinen Eltern zurückgebracht, ohne etwas von dessen Erzählung zu sagen, um sie nicht noch mehr gegen das Kind aufzubringen. Weiterlesen →

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Der rasende Bräutigam (1766)

Im Januar 1766 ereignete sich in Carpentras in der Provence (nördlich von Marseille) eine schreckenvolle und bedauernswürdige Begebenheit. Ein ansehnlicher Einwohner hierselbst hatte seine Tochter verheiratet, und nachdem der Trauungstag mit Freuden und Ergötzungen zugebracht worden war, wurde das neue Ehepaar, nach dem Landesgebrauch, zu seinem Appartement begleitet. Weiterlesen →

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Der strangulierte Geräderte (1673)

Zu Paris kam 1673 ein Bösewicht zu des Königs Medico, Monsieur Pilon, mit dem Wunsch, mit ihm wegen eines Accidents (Vorfalls) heimlich zu reden. Als er nun mit ihm in der Kammer allein war, forderte er 200 Pistoletten. Als aber der Mediziner um Hilfe rief, gab er diesem mit einem Dolch zwei Stiche. Hierauf verwundete er auch des Medici Sohn, der herüber ein Geschrei machte, viermal. Weiterlesen →

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Claus Helm – der Sodomiter (1692)

Den 1. März 1692 ist ein böser Bube, Claus Helm genannt, sonst ein Schuster seines Handwerks, zu Gadebusch im Mecklenburgischen wegen verübter Zauberei, Sodomiterei und begangener Blutschande mit seiner eigenen Mutter, exekutiert worden. Weiterlesen →

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